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Vielen Dank für deinen Besuch.………..tritt ruhig ein und verweile ein wenig bei mir und meinen Gedanken……

…fühl dich wohl und erkenne vielleicht auch ein wenig von dir selbst

in dieser, meinen „kleinen Welt“ die für mich alles ist.

Es freut mich, dass du den Weg zu meinem Blog hier gefunden hast, darüber gestolpert oder dich hierher verirrt hast

und es freut mich noch mehr, wenn du mir

zum Abschied einen kleinen Kommentar da lässt, wie es dir gefallen hat, mich kennen zu lernen und ich freu mich wie ein Schneekönig, wenn du mich wieder einmal besuchen kommst……….

und nun komm…… 

Ich nehme dich an die Hand und zeige dir den Weg

 

14.10.20 Ich höre das, was du nicht sagst.

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Bild von Alexandra Haynak auf Pixabay

Wieder mal  mit der  Lupe  bewaffnet, wieder mal auf der Suche nach dem  Sinn  und  Reichtum des Lebens, blicke ich  in meine innere Welt, die  vor meinem  geistigen  Auge vorüberzieht,  immer schön  im Kreis herum. Ein Gewusel von  Ideen, Wünschen, Gefühlen  und  Träumen  tanzen ihr  Ringelreihen mal hüpfend  und   freudig, mal gemächlich, mit ruhigem Schritt, mal mit Spannung und  lauerndem  Blick, um  dann  im  nächsten  Moment  wieder aus der Bahn zu preschen, um sich in den  Vordergrund  zu schießen, mit der  Aufforderung  an  mich:“ Nimm  mich,  ich bin  dran, ich bin  Erster!“  Es ist schon nicht einfach, diese  ganze Rasselbande  unter meine  Kontrolle zu bringen, das kann ich euch sagen!

Es ist und bleibt für mich  wohl immer ein Rätsel und  ein persönliches Phänomen, dass meine, mich umgebenden Menschen  finden,  dass ich eine große Portion Ruhe ausstrahle.  Ob ich dieser, für  mich lobklingenden Einschätzung wahrhaftig  so gerecht werden kann, wenn ich mein  Inneres betrachte, weiß ich da nicht so  recht. Letztlich  ist es aber so, dass sich mein  Inneres und  mein  äußerer Eindruck  sich den  Optimismus  des Gelingens teilen.  Da sind sich die beiden  einig. Das beruhigt mich da schon ungemein!

Was ich mit meinem heutigen Beitrag  eigentlich  zum Ausdruck bringen  möchte, ist die  Tatsache, dass die Wahrnehmung  der uns begegnenden  Menschen immer nur der äußere  Eindruck sein  kann. Nie oder nur  ganz selten, werden  wir wissen, was sich in  seinem Inneren  abspielt.  Viele Ängste und Nöte, viele Gedanken bleiben  uns verborgen und  viele  Menschen  sind wahre  Schauspielkünstler, wenn es darum  geht, die wahren Gefühle  zu  verbergen und das Gegenteil dessen  nach außen  zu kehren. 

Die Gründe dafür sind sehr vielfältig, jedoch die Urangst, sich verletzbar zu zeigen, ist wohl der häufigste Grund, warum  viele ihr Inneres verbergen. Wer sich  verwundbar zeigt, setzt  sich möglichen  Angriffen aus, sofern dies  in einem  unpassenden  Rahmen geschieht. Verletzbarkeit zu  zeigen, setzt  ein  riesiges Maß an Selbstvertrauen voraus. Öffnen wir unsere Türe nach außen, entsteht  bestenfalls Vertrauen, Nähe  und  emotionale Verbundenheit. Es sind die Schwächen, Zweifel und  die Ängste des anderen mit denen wir uns identifizieren und solidarisieren können, weniger seine Stärken, um die wir ihn insgeheim  beneiden  oder bewundern.

Wenn wir in unserem  Alltagsgeschehen stets  ein wenig aufmerksam und sensibel  das Leben  um uns herum betrachten, danach achtsam mit uns und  anderen umgehen, ist das ein  wichtiger Baustein für  einen  gelungenen Tag, der mit Zufriedenheit beendet werden kann.

9.10.20 Träumst du noch oder lächelst du schon?

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Jeden Morgen wache ich  mit dem Gedanken auf, dass heute etwas ganz Wunderbares passiert. Am Abend gehe ich schlafen  und  lasse die ganzen  Glücksmomente des Tages in  Reih und  Glied an  mir vorüberziehen.  Für die Glücksmomente  braucht es nur Winzigkeiten  und ein  waches Auge, damit sie nicht ungesehen  davonschleichen. 

Manchmal bedarf es nur das Hören eines Liedes, das  Lächeln  eines Menschen, eine wohlwollende Geste oder einen Moment für  Seelebaumeleien. Am liebsten teile ich solche Momente  gerne   mit meinen  Mitmenschen  um  mich herum. Das  sind  die schönsten  Augenblicke  des Tages. Es bedarf  gar  wahrlich wenig  für einen gelungenen  Tag.

Sicherlich hat nicht jeder Tag das Zeug dazu, um  ein rundum glücklicher Tag zu werden. Zu viele davon würden  auch die Wertschätzung derer mindern, für die es sich allemal lohnt, des Morgens aus den Federn zu  hüpfen. Für mich sind diese Glücksmomente wie ein Kleinod, welche ich in der großen Schatztruhe  meines Krafttanks  niederlege und sie bei Bedarf  oder auch einfach  so, wenn  mir danach ist, hervorhole und  genieße. 

Gerade jetzt in  dieser Zeit mit allem Elend  und Krankheiten  auf der Welt, mit allen  Einschränkungen  dank Covid19  und  all jenen Menschen, die  besser in Mutters Bauch geblieben  wären, da sie viele Menschen  wissentlich ins Unglück stürzen und   sich  daran  profilieren  um  sich  mit ihrem Machtwahn hervorzutun, braucht es  jede  Menge  kleiner  Augenblicke  des  Optimismus geschwängerten Glücks um sich selbst zu überzeugen, dass es  sich doch  noch lohnt, den Tag mit dem Blick nach vorne und  einem Lächeln  auf den  Lippen zu begegnen.   

Mit diesen  Vorsätzen werde ich denn  nun  auch den  meinen Tag  begrüßen  und  mich auf das heutige Abenteuer Leben  einlassen. Ich bin  mir fast sicher, es wird ein   Guter werden *lächel*.

Euch allen  wünsche ich einen  wunderbaren Start in  den  neuen  Tag mit allem, was euer Glück begehren mag und ein  fulminantes  Wohlfühlwochenende!

27.09.20 Meine Gedanken umarmen dich sanft

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Es ist früh und  noch früher  am Morgen, fast mitten  in  der Nacht. Wachgelegen habe ich  gefühlt schon  seit Stunden. Meine gesamten Einschlafpositionen brachten  mich und meinen Körper nicht mehr in das Land der Träume. Es half nichts, rein gar  nichts. Nicht  einmal das Bewusstsein, dass heute Sonntag  ist. Irgendwann  gab ich auf, schickte meine Gedanken  voraus ins Bad  und  schlurfte  selbst hinterher. Selbst das Wasser, mit dem ich sonst den Schlaf aus den   Augen vertreibe, ist heute irgendwie kälter als sonst.

Einzig und alleine meine Kaffeemaschine tut, was sie jeden Morgen mit Elan tut  und  mein  Kaffee  ist  in  Windeseile  im Bauch meiner Lieblingstasse  verschwunden,  füllt diese mit wohltuender Wärme. Ich stehe derweil am Fenster und  sehe schwarz. Der Himmel hat sein dunkles Nachtgewand noch um und  denkt  noch lange nicht ans aufstehen.  Kein Vogelgezwitscher und  kein  Lichtstreifen  am  Horizont. 

So langsam wird mir klar, dass der Sommer seinen Abschied genommen hat.  Der  Lauf des Jahres  ist nun beim Herbst angekommen, der durchaus auch wunderschöne Seiten und Tage zu bieten hat. Die warmen Herbstfarben  im späten Sonnenlicht, die bunten  Bäume  in ihrem  farbenprächtigen  Laub. Es gibt nichts schöneres, als mit ausgebreitenden Armen im bunten Laubhaufen  zu wühlen und ihn  mit Schwung in die Luft  zu werfen. Dabei unter dem herabfallenden  Blätterlaub zu  stehen, ist  eine Freude, die Erinnerungen  an die glücklicheren Tage der  Kindheit hervorruft und  ein  Lächeln ins Gesicht zaubert.

Die Jahreszeiten  kommen und  gehen.  Dabei hat jede Zeit seine Zeit und  jede Zeit  beinhaltet auch  ein Wiedersehen sowie einen  Abschied.

Vom Abschiednehmen der besonderen Art möchte ich euch heute erzählen. In der letzten  Erzählung habe ich euch von Hildegard (*Name geändert)  berichtet, die ich  gemeinsam mit meiner Kollegin im Leben  betreut und  auch  in ihrer Sterbephase  ein wenig begleitet habe. 

Als die unumstößliche Diagnose des  Pankreaskrebs  gestellt war und  die Heilungschancen bei Null lagen, haben  wir überlegt, wie wir  Hildegard  bestmöglich unterstützen  können  und  es  ihr in den  letzten  Wochen und  Monaten, die ihr verbleiben, ein wenig erleichtern können. Von den  Sterbephasen und dem Lebensabschied an sich, habe ich bereits im vorherigen Beitrag  berichtet. 

Im folgenden wird es hier um die Trauerbegleitung  der  Tagesstrukturgruppe  (TSG)  gehen, an der Hildegard vor ihrem Weggang für längere Zeit teilnahm.

Hier nun ein Auszug aus einem erstellten Eigenanteil bzgl. der Trauerbegleitung während meiner HEP- Ausbildung:

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Im Rahmen einer durchgeführten Ferienfreizeit nach Holland erfuhren wir am letzten Abend unseres Aufenthalts vom Tod von Frau H. In einem weiteren Eigenanteil (Oktober 2019) berichtete ich bereits über die Sterbebegleitung von Frau H.

Die meisten Teilnehmer der Tagesstrukturgruppe nahmen auch an der Ferienfreizeit nach Holland teil. Die Freundin (TN der Ferienfreizeit und Klientin) von Frau H. erfuhr neben uns auch durch den Anruf des Sohnes vom Tod Frau H. Die Information breitete sich unter den Teilnehmern der Ferienfreizeit schnell aus und die Stimmung war an diesem Abend sehr betrübt. Einige suchten das Gespräch zu uns Betreuern, um Trost zu erfahren. Andere wiederum wollten alleine sein. Jeder ging auf seine eigene Weise mit der Trauer um. Dadurch, dass alle gleichzeitig die Nachricht über den Verlust erfahren hat, war es für uns Betreuer nicht einfach, jedem kurzfristig gerecht zu werden. In dieser Situation war es nun auch wichtig, dass wir unsere eigene Traurigkeit mit der nötigen Abgrenzung verarbeiten mussten, da wir zuerst für die Klienten da sein mussten.

Zum Thema Trauer

Trauer ist ein Prozess des Alltags, mit dem wir alle im Laufe des Lebens konfrontiert werden. Jeder geht aufgrund eigener Vorgeschichten anders mit der Bewältigung um.

Menschen mit Bindungsstörungen[1] erleben einen Verlust in anderer Weise als ein Mensch, der behütet aufwuchs. Alles hat seinen Platz in der Trauerarbeit. Wut, Zorn, Traurigkeit, Schweigen und Tränen finden darin Ausdruck. Angenehme Erinnerungen, gemeinsame Erlebnisse können bei der Trauer hilfreich sein.

Die Beerdigung von Frau H. haben meine Kollegin, die Freundin von Frau H. und ich alleine begleitet. Die Verabschiedung der Gruppe habe ich nach Absprache auf einen anderen Tag verschoben.

Die Tagesstrukturgruppe ist eine gemischte Gruppe von Frauen und Männern. Nach unserer Ferienfreizeit und dem ersten Treffen in der Tagesstruktur haben wir eine Kerze und ein Foto von Frau H. auf den Tisch gestellt. In der Gesprächsrunde, welche ich moderiert habe, erinnerten wir uns an die gemeinsamen Erlebnisse mit Frau H. Im Laufe des Gesprächs befragte ich die TN nach möglichen Ideen für Verarbeitung von Trauer. Wir beschlossen, dass wir eine Blumenschale pflanzen und diesen gemeinsam mit der Gruppe zum Friedhof bringen, wo wir uns mit einem Zwiegespräch von Frau H. verabschieden. Eine weitere Idee war ein Fotoalbum mit Bildern von Frau H., welche sich im Laufe der Zeit durch verschiedene Freizeitaktionen und Urlauben angesammelt haben. Ein weiteres Album erhält der jüngste Sohn von Frau H.; sie hatten lt. Frau H.`s Aussage immer ein besonderes Verhältnis miteinander.

Mit diesen Überlegungen und der Auswahl an Strategien entstehen verschiedene Möglichkeiten der Trauerbewältigung und der Umgang damit. Rituale (z.B.: regelmäßige Gespräche, Friedhofbesuche) innerhalb der Gruppe geben Gelegenheit, sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.


[1] https://de.psychologyinstructor.com/die-bindungstheorie-von-john-bowlby/

_______Ende des Auszugs Eigenanteil_____________________________

Der Abschied von einem Menschen  ist und wird immer ein ganz besonderes  Erlebnis sein, welches das gesamte Gefühlsspektrum in uns  aufwühlt und uns mit Traurigkeit, Wut und auch  Hilflosigkeit ausfüllt. Doch gleichzeitig kann es uns auch mit Dankbarkeit  erfüllen, wenn wir die Möglichkeit hatten, uns zu verabschieden. Ebenso die  Dankbarkeit, diesen Menschen ein Stück seines Lebensweges begleiten zu  dürfen. 

Ich  für meinen Teil bin dankbar, diesen Menschen Hildegard kennengelernt zu haben  und  denke immer mal wieder gerne  an sie zurück. Sie, die es wahrlich nicht einfach im Leben hatte, hat nun ihren Frieden gefunden und das Glück eines ewigen Schlafs, der sie vorsichtig hinübergetragen hat.  Die Erinnerung bleibt und meine Gedanken umarmen sie sanft.

13.09.20 Spuren, die der Wind nicht verweht

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Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Der Schlaf ist vorüber, der Morgen noch nicht ergraut  und  meine Gedanken  sind wieder mal auf Reisen in eine  Zeit  vor fast genau einem Jahr.

Vor  mir liegt ein Kleinod, welches ich verpacken möchte. Ein winziges und doch so großes  Geschenk und ich weiß nicht, in welches Papier ich es einhüllen  kann, damit es die Würde erhält, welches es verdient. Keins scheint mir passend  genug für dieses  wertvolle Etwas, das da nur darauf  wartet.  Das eine ist zu farblos, das andere zu schrill und  ein weiteres zu nichtssagend. Zwischen den ganzen Geschenkpapieren entdecke ich nach langem  Suchen ein zartes, brombeerfarbenes  Seidenpapier  auf  dessen  Oberfläche sich kleine bunte  Schmetterlinge  tummeln. Nicht viele, nur gerade  so  viele,  die es  bedarf, um  das zarte Brombeer  sanft zu unterstreichen.

Ganz vorsichtig halte ich das Kleinod in meinen Händen, streichle es achtsam und lege  es  in  die Mitte des Papiers, packe es ein und verziere  es mit einem Satinband. Nun, da ich es verpackt habe, kann ich es in die Schatztruhe legen. Die Schatztruhe birgt bereits viele  solcher Geschenke in seinem großen Leib.  Im Laufe  der Jahre  sind viele große und  kleine Kostbarkeiten in diese Truhe gewandert. Jede davon hat eine ganz besondere Bedeutung. Diese Schatztruhe  ist mein  Leben und  die Geschenke sind die Begegnungen und Erfahrungen in diesem meinen Erdendasein.

Was es nun  mit diesem, in brombeerfarbenen Schmetterlingspapier eingepacktem Geschenk  auf sich hat, mag ich euch nun  erzählen.

Wie ihr bereits wisst, arbeite ich im ambulant  betreuten Wohnen und wir begleiten Menschen mit psychischen und geistigen Beeinträchtigungen in ihrem Alltag. Wir helfen und unterstützen  dort, wo der Bedarf ist, fördern Eigenständigkeiten, sind  Seelentröster, Zuhörer und Mutmacher, wenn es mal  an allem fehlt. Unser  Ziel ist es, uns irgendwann entbehrlich zu machen. Dann  hat der Mensch soviel Selbstständigkeit erreicht, dass er sein Leben selbst in die Hand nehmen kann. 

Soviel als kurze  Einleitung, bevor ich weiter  erzähle.

Es begann 2017, als ich in einer Betreuung, gemeinsam mit meiner Kollegin eingesetzt wurde, eine Frau, nennen wir sie hier mal Hildegard B., zu begleiten.

Auszug aus meinem Eigenanteil, den ich während meiner HEP-Ausbildung  geschrieben habe:


Hildegard  B. 69  Jahre, verwitwet, Mutter von fünf  Kindern und  war  in der alltäglichen Lebensführung  aufgrund einer rezidivierenden  Depressiven Störung  umfassend eingeschränkt. Hildegard  wohnte  in  einer  Seniorenwohnung und erhält durch einen hauseigenen  Pflegedienst  weitere  Hilfe.

Bereits im Oktober klagte Frau B. über häufige Diarrhö. Die Besuche bei der Hausärztin brachten nicht die gewünschte intensivere Ursachensuche und Frau B. äußerte irgendwann den Wunsch, den Arzt zu wechseln. Ein neuer Internist wurde aufgesucht, der sich eingehend mit Frau B`s Beschwerden beschäftigte und so wurde im November 2018 ein Pankreaskarzinom festgestellt, welches inoperabel ist und bereits andere Organe angegriffen hatte. Einige Chemotherapien folgten, welche sie zunächst, den Umständen entsprechend, körperlich relativ gut und psychisch mithilfe häufiger Gespräche mit uns Betreuern verarbeitete.

Der Tod und die Begleitung eines Menschen in den Sterbephasen stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar und benötigt eine größtmögliche Sensibilisierung im respektvollem und angemessenen Umgang miteinander.

Geeignete Fachtheorien sind hier mit Sicherheit der von Carl Rogers (amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut, *1902- +1987) geschaffener klientenzentrierter Ansatz der Gesprächsführung u.a. in der alltäglichen pädagogischen Arbeit mit Klienten. Carl Rogers legte besonderen Wert auf die Begegnung im voll- menschlichen Sinn- d.h. unter Einschluss der emotionalen Ebene, der nonverbalen Äußerungen, des gegenseitigen prinzipiellen Wohlwollens. Carl Rogers verstand seine Prinzipien nicht als Methode, sondern als eine Haltung, die der Berater für sich verinnerlicht. Er formulierte dabei drei wichtige, grundlegende Prinzipien: Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit (Kongruenz), Wertschätzung und Respekt (Akzeptanz) und Einfühlendes Verstehen und dessen Verbalisierung (Empathie)

Mit dieser Grundhaltung in der Begleitung eines sterbenden Menschen hat man eine wichtige und gute Basis geschaffen, um die betreffende Person bestmöglich auf dem letzten Weg zu begleiten.

Auch das gehört zu unseren Aufträgen innerhalb der Betreuung. Sicherlich eins der schwersten Aufgaben, da es uns selbst Grenzen aufzeigt und manches Mal auch hilflos werden lässt. Das Einzige, was wir tun können, ist für den anderen in der Zeit, in der er es benötigt, da zu sein, Verständnis für die Nöte zu haben, zuhören, beruhigen, trösten wenn es nötig ist oder einfach nur eine stumme Umarmung. Einfach Zeit verschenken, die der andere gerade so dringend braucht, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Ein jeder möchte in Frieden mit sich selbst gehen und noch alles regeln, was möglich ist. Dabei können wir alle einen kleinen Beitrag leisten, um den Abschied leichter zu machen.

Das, was ich damit zum Ausdruck bringen möchte, ist nicht einfach zu  beschreiben. Der Abschied von einem Menschen ist immer eins der schwierigsten Dinge im Leben. Ob es nun im engen Familien- oder Freundeskreis passiert oder auch im Arbeitsumfeld spielt dabei nur in der Intensität  eine andere Rolle. Hildegard  und ich haben in der Zeit der Betreuung ein gute , stabile Arbeitsbeziehung aufbauen können, die sich von großem Vertrauen und Herzlichkeit ernährte. Ich mochte sie  gerne und habe mich stets auf die gemeinsamen Termine gefreut. Selbst, als sie zum Schluss in das Hospiz  einzog und  damit aus der ambulanten Betreuung  ausgeschieden ist, habe ich sie noch einige Male im Hospiz besucht. Sie freute sich stets  über meine Besuche  und  wir saßen oft auf der Terrasse des liebevoll gestalteten  Gartens des Hauses und  unterhielten uns. Zu dem Zeitpunkt hat sie bereits Frieden mit sich und dem nahenden  Weggang geschlossen.

In der Woche vor der Ferienfreizeit mit Klienten nach Holland, an der sie noch so gerne teilgenommen hätte, besuchte ich sie noch ein letztes Mal. Sie war zu dem Zeitpunkt immer sehr müde und schlief viel. Anfang September 2019 schlief sie friedlich ein und fand die Ruhe und den Frieden, der ihr zu  Lebzeiten oft nicht vergönnt war. Wir erhielten die Nachricht an unserem letzten Tag der Ferienfreizeit.

Gerade heute habe ich mal wieder an Hildegard B. gedacht und ich bin dankbar, dass ich sie auf diesem letzten Weg noch ein wenig begleiten durfte  und ihr bei manchen Hürden die Hand reichen konnte. Nun packe ich das brombeerfarbene Päckchen wieder ein, binde das Satinband wieder zur Schleife und lege es vorsichtig in die Schatzkiste zurück.

Euch allen wünsche ich einen wunderbaren und sonnigen Sonntag mit vielen Wohlfühl- und Lächeleinheiten in euren ❤ und um euch herum!

6.09.20 Voll ins Schwarze getroffen

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Bild von andreas160578 auf Pixabay

Es  entbehrt sich meiner nicht vorhandenen Logik an  der  Logik, zu verstehen, warum sich die  Hexen ihrer Zielsicherheit so im  Klaren sind, dass jeder Treffer die volle Punktzahl erreicht und ins Schwarze trifft. Voller Wucht und  ohne  Rücksicht auf die Getroffenen. Da hilft es nichts zu jammern, da hilft es nichts  zu zetern. Du versuchst, zu sitzen, liegen, stehen. Gefühlt ist da nichts mehr ohne großes Au und  weh  möglich. Wenn du dann nach  gefühlten Ewigkeiten eine einigermaßen  erträgliche Position  erreicht hast, fragst du dich schon jetzt nach den  Möglichkeiten der nächsten Aufsteh- und  Bewegungsnotwendigkeit.

Es ist schon eine Qual, die Qual mit dem Schuss der Hexe.  Dein Geist ist wach, der Kopf sagt ja,  doch der  Nerv, er streikt  so lautstark, dass einem Angst und  Bange wird  und  man  mucksmäuschenstill in Erstarrung verfällt.  Doch, was soll ich klagen? Es wird schon wieder alles gut werden, heute,  morgen  oder irgendwann! Da heißt es nicht aufgeben, Zähne zusammenbeißen, abwarten, Tee trinken  und  Medis runden das Erträglichkeitsempfinden ab.

Seit einigen Tagen plagt mich schon die böse Hexe  mit ihrem spitzen  Giftpfeil, mal mehr mal  weniger schlimm. Und doch kann ich trotz dessen  glücklich sein, da ich weiß, dass sie irgendwann auch wieder verschwindet, mich in  Ruhe lässt  und  ihres Weges zieht.

Doch was machen  die Menschen, deren körperliche Beeinträchtigung nicht so einfach wegzuwischen  ist und die Hoffnung eher zwischen unmöglich bis sehr  geringe Chancen aufweist, diese  eines Tages in das Pfefferland zu senden? Da heißt es dann, damit leben  zu müssen und das Beste daraus zu machen.

Da gibt es die unterschiedlichsten Formen von Beeinträchtigungen.  Von kaum spürbar bis zu schweren  Auswirkungen  ist alles dabei. Hier gehe ich jetzt  zunächst nur auf die allgemeinen körperlichen Ausprägungen ein. Die psychischen Erkrankungen  sind nochmal ein weiteres großes Thema, welches den Rahmen für diesen Beitrag eindeutig sprengen würde. Oft gibt  es allerdings auch Mischformen, die beide Formen beinhaltet. Der Körper ist nicht voll funktionstüchtig und  die Seele leidet ebenfalls  darunter. Dabei kommt es häufig  vor, dass die Gesellschaft an der leidenden Seele nicht ganz unschuldig ist. Manch einer schaut ganz unverhohlen auf den Menschen mit Beeinträchtigung, blickt  auf ihn, als wäre er ein Sonderling der Gesellschaft, was anzustarren normal ist. In früheren Zeiten, zu Zeiten der mittelalterlichen  Jahrmärkte wurden Menschen mit beeinträchtigten Gliedmaßen zur Schau gestellt und trugen zum Spott und zur Belustigung  des Volkes bei.

Dies ist so schändlich und ich fühle mich für meinen Teil bei diesen Gedanken so fremdbeschämt, da ich doch genauso ein Teil der Gesellschaft bin.

Im  damaligen Nationalsozialismus wurde die Euthanasie (systematische Tötung psychisch kranker und behinderter Menschen, ab  1933- 1945),als normaler Vorgang legitimiert und  massenhaft durchgeführt.  Hier den gesamten Werdegang der Geschichte über den Umgang der  Menschen mit Beeinträchtigung in den Einzelheiten darzustellen, wäre ein zeitliches großes Unterfangen, welches einfach zu lange dauern  würde.  Wer die einzelnen Stationen der Geschichte um  die Behandlung der beeinträchtigten Menschen nachlesen möchte, findet Unmengen  Seiten  im  großen Worldwideweb  Mit der Anmerkung  möchte ich nur  noch  einmal  verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Augen zu öffnen  und  mit Respekt und die Wertschätzung einem  jeden Wesen zu begegnen. 

Bis in die 80er  Jahre waren z.B.  Zwangssterilisationen  kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten. Die Partizipation  steckte da noch tief  in  den  Kinderschuhen.

Seit 1994 ist im Grundgesetz festgelegt (Art. 3), dass niemand mehr wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Gesetzlich bedeutet das die Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung. In der Praxis es wohl noch sehr lange dauern dies zu verwirklichen.  Doch der Anfang ist gemacht und  das gibt ein klein wenig Hoffnung.

 Wenn wir nur alle daran arbeiten und die Schranken  in  unserem Gehirn öffnen, besteht die Hoffnung, dass wir Herz  und Verstand einsetzen, wenn  es darum geht, den Menschen  zu akzeptieren, der da  mit uns lebt.

Der da die gleiche Luft atmet; der da  die gleichen Träume hat; der da die gleichen Gefühle  fühlt; der da die gleichen Rechte hat und  eigentlich der da, der bereits mehr Hürden im Leben meistern musste als wir uns alle  jemals zu träumen  wagen.  Es gibt viel zu tun im  Miteinander! Worauf warten wir noch?

Nun, da ich fertig habe *lächel* werde ich meine kleine Hexe mit schmerzstillenden  Tabletten bekämpfen und hoffen, dass sie ganz schnell wieder ins Nirwana  entschwindet.

Euch allen  da draußen wünsche ich einen wunderbaren Sonntag mit vielen  Wohlfühlmomenten  und Wärme im  Herzen.

1.09.20 Liebe lässt sich nicht einfach im Garten verbuddeln

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Herz 2

Seit Menschengedenken ist sie da. Sie, zunächst  als  winzig kleines Fünkchen, ein Hauch  von  Nichts. Dann breitet sie sich langsam aus, durchströmt  unsere  Glieder, arbeitet sich  voran  zur kleinsten Zehenspitze. Macht kehrt und dringt vor  zur  Fingerkuppe. Derweil  breitet  sie sich im  ganzen Körper  immer weiter  aus, bis dass  kein  Nanometer  mehr  frei bleibt. Ist das vollbracht, fängt sie  an, Wärme zu  verbreiten, ein wohliges  Gefühl, dass die Hormone sofort  anfangen  Ringelreihen zu  tanzen und dabei  jubilieren sie in  ihren schönsten  Tönen. Frau Endorphine und Tante  Euphoria  geben  ihr Stelldichein, reichen Herrn Dopamin und  Onkel Serotonin  die Hände. Gemeinsam  tanzen sie den Tango der Gefühle. 

Apropos Gefühle! Ich empfinde so langsam das Gefühl, dass der Hafer anfängt  zu stechen und  ich mich mal wieder vor lauter  Euphorie und Überschwang im Labyrinth der  eigentlichen Geschichte von  heute verliere und  nur noch dummes Zeugs babbel.

Einsicht ist der erste Schritt, denke ich  und  kehre  nun auch  wieder  zurück  zur eigentlichen  Linie meiner heutigen  Gedanken. Ein  letzter Blick  auf das  anfänglich Geschriebene geworfen, lässt mich denken, dass es  sich so oder so ähnlich anfühlen  kann, wenn einen das Gefühl  übermannt. Das ganz  besondere  Gefühl von  Liebe.  Die Liebe ist  einem jeden bekannt und wer sie einmal erlebt hat, ist stets auf der Suche  nach ihr. Fasziniert von der Übermacht sind wir wehrlos  und  schmachten  nach der  großen Liebe, die unser Leben krönt. Leider gibt es auch  viele, die in  unglücklichen  und lieblosen  Partnerschaften verbunden  sind, nicht fähig, sich aus ihnen  zu lösen. Es gibt auch hier hunderttausend  Gründe. Doch, dies alles zu  erörtern, würde den  Rahmen  dessen bei weitem sprengen für das, worauf ich in meinem heutigen Beitrag näher herangehen möchte.

Für uns, die zumeist das Zepter des Lebens selbst  in der Hand  haben, gibt es heutzutage schier  unendliche Möglichkeiten, einen  Partner zu  finden.  Ob  es jeweils der richtige Weg ist und  ob sich wirklich  ein passendes Pendant unseres Herzen  finden  lässt, ist nicht zu sagen.  Genauso  haben  wir auch die Möglichkeit, es sein zu lassen, wenn man sich selbst genug ist, für einen Lebensmoment, eine Zeitlang oder auch ein ganzes Leben. Das nennt  man  Selbstbestimmung und ist eine Sache  des  Menschseins, welches im Grundgesetz (Art. 2 Abs. 1 GG) verankert ist.

Doch, wenn wir unsere  Mitmenschen  betrachten, gibt es eine Vielzahl, die  aufgrund  ihrer Beeinträchtigung, gleich welcher Art,  gar nicht erst die Möglichkeit haben, einen geeigneten Partner zu finden. Manche, die kognitiv dazu  in der Lage sind, sich auf die Suche zu begeben, machen oft schlechte Erfahrungen, werden finanziell ausgenutzt, wenn sie sich auf dubiosen Internet- Herzvermittlungs- Seiten  einlassen.  Manch einer, dessen Alltagsbewegungsradius sich nur auf die WfbM (Werkstatt  für beeinträchtigte Menschen)  und ihrer Wohnstätte mitsamt den  Betreuern und Mitbewohnern  beschränkt, hat es nicht gerade einfach, sich  auf die Suche zu begeben  und auch fündig zu werden.  Ach, es gibt tausend Gründe dafür, warum  das Scheitern  der Suche  ein ewiger Kreislauf ist. Dabei fühlen diese Menschen  genau wie wir, haben die gleichen Träume wie wir, leben das gleiche Leben auf dieser Welt und sie haben ein solches Recht darauf, auch glücklich zu werden.  Gerade sie, die oft vom Schicksal ein hartes Los auferlegt bekommen.

Dies macht mich in manchen  Momenten unendlich traurig. Weiß ich doch, mit meiner großen  Liebe in Form meines Mannes an meiner Seite, wie glücklich und zufrieden das Leben sein kann. Das Leben hat noch  genügend andere Hürden, die es  zu stemmen  bedarf, die Liebe sollte jeder erfahren. Ich  wünsche dieses Glück auch wirklich jedem  auf dieser Welt. Doch  ich  kann  als klitzekleines Lebenslicht nicht die  ganze Welt retten.

Doch  ich wäre nicht ich, wenn ich in meinem  winzigen Lebensradius im Kleinen wirke und  versuche, ein paar  dieser  Liebeshürden  zur Seite zu rücken, damit der Blick die Sicht  nach vorne  ungetrübt  gelingen kann. Die Hoffnung  stirbt zuletzt. Doch wer die Hoffnung aufgibt, hat bereits verloren.  Meine Hoffnung auf ein paar Happy-endings   ist schier unerschöpflich.

Mein Sohn Sascha, der sein Leben, wie schon  häufiger in meinen Erzählungen erwähnt, ebenfalls mit Handicap bestreitet, ist ein junger Mittdreißiger und  ein wahrer Charmeur vor dem Herrn. Sämtliche Damen werden bei ihm um mindestens  10  Jahre jünger geschätzt  (das gefällt den  Frauen  ganz besonders!), werden von ihm mit Kaffee bewirtet und auf gedanklichen Händen getragen und hofiert, dass es eine Freude ist.  Tief in seiner Seele, auch in seinem Verhalten ist er dennoch ein Mensch der  zutiefst sensibel und mitfühlend ist. Gerade solche Menschen  sind willkommenes  „Futter“ für einige, nicht so nette Mitmenschen. Doch dies nur  am Rande. Sascha ist schon seit vielen Jahren auf  der Suche nach einem Mädel an seiner Seite. Eine, die zu ihm gehört und die er auf Händen tragen kann. Halt auf der Suche nach seiner großen Liebe, von der er so viel zu geben hat.

Ich gestalte  bereits seit einigen Jahren  im Rahmen meines  Jobs eine Samstagsgruppe für unsere Klienten. Das Treffen ist jeweils 14-tägig, dauert je nach Thema  ca 2- 2,5 Stunden  und findet in  den  unseren Büroräumen statt. Die Themen werden  auf die lebenspraktischen Dinge im Alltag ausgewählt, die sich  unsere Klienten wünschen. Neben gesunder Ernährung, Musizieren, Hobbys, Haushaltskniffe, Stress/Entspannungsmöglichkeiten  sind viele weitere Themen bereits behandelt worden und  erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit  und Wiederholungsbedarf.

Um zum Thema zurückzukommen…

Mein Sohn kam vor einigen Monaten  mit der Frage, ob wir nicht eine Singlebörse, eine Partnersuche  als Thema  in der Samstagsgruppe behandeln können. Das Thema wurde in der Gruppe vorgestellt  und fand bei allen großes Interesse. Einige von ihnen haben sich bereits selbstständig auf die Suche gemacht und sind im Internet meist auf werbeintensiven Seiten mit verdeckten Kostenfallen gestoßen. Also startete  ich meine Vorbereitung des „Workshops“.

Mein Ansatz war es nun, dem Thema einen strukturierten und aufklärenden Rahmen zu geben, bevor wir das eigentliche Thema der passenden Partnersuche beginnen.

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Ich habe Internetrecherchen betrieben, habe mich auf den unterschiedlichsten Singleportalen eingelesen und habe die Informationen zusammengetragen. Im Internet habe ich ebenso auch seriöse Ratgeber für die Partnersuche von Menschen mit Handicap besucht und relevante Informationen auch hier zusammengestellt.

Daraufhin konnte das Thema mit dem Informationsmaterial in leichter Sprache und jeweiligen Kopien, welche an die Teilnehmer für ihre Mappen ausgeteilt wurde, zu einem Gruppentreffen behandelt werden.

Begonnen habe ich mit einem Vortrag über die Bedürfnisse eines jeden Menschen (angelehnt an der Bedürfnispyramide nach Maslow)

Nach der Gesprächseinleitung habe ich die Teilnehmer befragt, ob sie bereits Erfahrung mit der Partnersuche haben. Die meisten von ihnen suchen schon seit langer Zeit oft vergeblich und resignieren zunehmend. Erfahrungen mit Partnerbörsen im Internet haben ebenfalls einige mit oft negativem Ausgang gemacht (versteckte Kosten etc.)

Der nächste Aufklärungspunkt war das Thema „Risiken durch Online- Single-Portale“ und woran man seriöse Single- Portale erkennt (Infomaterial ebenso als Broschüre in leichter Sprache).

Nachdem die Risiken besprochen wurden, folgten die Überlegungen nach den Möglichkeiten. Während dem Gesprächsaustausch bildete sich dann die Idee, selbst eine Art Partnerbörse ins Leben zu rufen. Ideen hierzu wurden zusammengeführt. Um den Wirkungskreis zu vergrößern und damit auch das Gelingen zu steigern, wurde besprochen, inwieweit man durch Plakat- Aushang am schwarzen Brett der WfbM (Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung) und anderen Werkstätten im nahen Umkreis in Gang bringen kann um möglichst großen Zulauf des Single- Spiele- Abend zu erhalten.

Zunächst wurden aus den Gruppenteilnehmern jeweils ein Mitarbeiter aus der WfbM sowie ein Mitarbeiter der anderen Werkstatt damit beauftragt, bis zum nächsten Gruppentreffen den pädagogischen Dienst der jeweiligen Werkstätten zu befragen, ob die Erlaubnis eines Plakats bzw. Verteilung von Flyern innerhalb der Werkstätten möglich sei.

Die Idee mit dem Single- Spieleabend wurde vom sozialen Dienst sehr begrüßt und man bat mich, zunächst einen Flyer zu erstellen, damit man diesen dem Betriebsstätten Leiter zur Genehmigung vorlegen kann (in der Regel werden Werbung und Aushänge nicht gern gesehen). Den Flyer habe ich dann in Berücksichtigung der Anschaulichkeit für Menschen mit weniger oder mehr Beeinträchtigung erstellt, damit auch MmB, die nicht lesen können, erkennen, um welche Veranstaltung es sich handelt. Dieser wurde dann an den pädagogischen Dienst der Werkstätten weitergeleitet zur Vorlage an die Leitung.

 Die Erlaubnis wurde erteilt und das Plakat hängt in den Werkstätten aus. Die Flyer wurden in der Auflage von 5000 Stck gedruckt und die ersten Anmeldungen fanden schnell einen Platz auf der Liste. Bei gutem Verlauf sollten  die  regelmäßigen Treffen einen  festen Platz in den Freizeitaktionen erhalten. Die Teilnehmer der „Bewusst- Leben“ Gruppe haben mit mir gemeinsam den Ablauf  und die Vorbereitungen dieser Treffen gestaltet. Einige dieser Treffen haben bereits stattgefunden. Der Anfang ist schon recht mühsam. Meist waren es zunächst Männer und viel zu wenig Frauen, die sich angemeldet haben.  Doch wenn wir daran arbeiten und  immer genügend  Mundpropaganda betreiben, wird der Männerüberschuss bald ausgeglichen sein. Dazwischengekommen ist und nun nur die Sache mit dem COVID19. Die Treffen liegen derzeit immer noch auf der Wartebank und warten  darauf, dass sich  bald wieder die Möglichkeit weiterer Treffen und ein mitlaufender Erfolg  ergibt.

Ich werde dranbleiben und die Hoffnung, die ich in  mir trage, wird nicht aufhören, daran  zu glauben, dass die Zeit  kommt, dass sich einige Herzen finden  werden, die im Gleichklang  den  Tango der Liebe  tanzen.

Einen wunderbaren und liebevollen Tag ❤ wünsche ich  euch allen! 

30.08.20 Kleine Menschlichkeiten machen das Menschsein lebenswert

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Habe den Mut zu helfen

Der  Tag liegt noch tief schlafend in dicken Federkissen während in  meinem Kopf  mal wieder Gedankenjogging herrscht.

Meine Muse, wieder allen  voran, greift  hier einen Gedankenfetzen  aus der  Schubladenwand, dort  einen anderen und steckt sie  sich  ins wehende  Haar um  sie auf der Zielgeraden  in den bereitstehenden Wäschekorb  der  einsamen Socken  fallen zu lassen. Dort  werden  diese dann  im  Anschluss sortiert  und  fein säuberlich zu Geschichten  aufgereiht  auf, die vorher  noch  blütenweißen  Blätter  gelegt.  Dort  dümpeln  die Geschichten  dann so vor sich hin, bis  dass  sie gelesen  werden. 

Tja…  so oder  so ähnlich  geht  es  wohl  oft  in  mir zu  und  wird  doch nie  langweilig. Ganz im Gegenteil!  Beim Schreiben meiner  Erlebnisse  ist  es  fast so, als  erlebe ich die Begebenheiten noch einmal aus  einer  ganz  anderen  Perspektive. Nämlich  die Perspektive des Zuschauers.  Ich kann mich gedanklich  zurücklehnen, mich  berieseln lassen und mein  Fazit ziehen.  Aus dieser  Richtung  schaffe  ich es  auch, zu erkennen, ob der  Ablauf, die Entscheidungen  und  der  Weg  seine  Erfüllung  gefunden hat.  Wenn  das  jedoch  mal  nicht  gelingt, dann  gelangt das  Erlebnis mit einem Aufkleber  in die Erfahrungskiste auf dem dann z.B. steht:  „Keine Wiederholung nötig“  oder  „beim nächsten Mal anders“.

 Also auf ein  Neues  aus dem Wäschekorb  des Lebens!

Diesmal aus der Zeit meiner Ausbildung und einer Idee, die kurz  nach meinem Pflegepraktikum in einem  stationären Wohnhaus entstanden  ist. Die Eigennamen habe ich aus Datenschutzgründen  geändert

Im Rahmen meines Pflegepraktikums während  meiner Ausbildung bin ich nach der morgendlichen Pflege der Bewohner u.a. auch in der Fördergruppe des Wohnhauses eingesetzt worden. 

Bernd sitzt aufgrund  seiner  Spastiken  im Rollstuhl  und  hat  des  Öfteren  epileptische Anfälle. Daher  trägt er  am  Tag  einen Sturzhelm, der ihn  bei Stürzen  während  eines Anfalls  schützen soll. Er  ist  um  die 40  Jahre alt  und  trotz seiner  starken Einschränkungen  ein überaus  humorvoller und  sehr charmanter  Mensch. 

Ein Mensch, der sehr viel Zeit  der Mitarbeiter einfordert, was durchaus  verständlich ist. Andererseits  fehlt für die Einzelbetreuung manches Mal  die Zeit und Bernd  ist  oft  enttäuscht  darüber  und  schmollt oder stellt irgendetwas an, um die Aufmerksamkeit  der  Betreuer  erhalten.  Mal fährt  er mit seinem  Rollstuhl in Zimmer seiner MitbewohnerInnen  und  räumt deren  Schränke aus oder  er  wirft  gefüllte Tassen oder andere  Gegenstände  vom Tisch.

Bernd beschäftigt sich sehr gerne mit Holzpuzzles und Bauklotztürmen, welche er am liebsten mit lautem Getöse zum Einsturz bringt und dabei riesigen Spaß hat. Dies äußert sich in lautem Klatschen und Lachen. Er schaut auch gerne Bilderbücher und benennt die Motive, sowie Farben; hört gerne die Kurzgeschichten, die sich darin befinden. Bernd beschäftigt sich auch sehr gerne mit Dingen, die sich öffnen und schließen lassen. Hier hat es ihm besonders ein Ü- Ei angetan, er schließt es und bittet dann Betreuer, es wieder zu öffnen, wenn er es selbst nicht schafft. Zeitweise vereinnahmt er einen Betreuer für sich damit, mit dem geschlossenenen Ü-Ei zu bitten, es wieder zu öffnen. Wenn es dann aufgrund des Gruppengeschehens nicht möglich ist, der Bitte gleich nachzukommen, reagiert Bernd schon mal enttäuscht.

Die Mitarbeit im Förderbereich hat mir sehr viel Spaß gemacht und bin auch jetzt, nach meinem Praktikum sehr gerne zu Besuch in diesem Wohnhaus. Während der Zeit dort habe ich vieles beobachten können. Die Interessen, Freude und auch Abneigungen der Teilnehmer. Vor allem aber ihre Freude und Dankbarkeit darüber, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt und ihnen in angepassten, individuellen Interaktionen auf Augenhöhe begegnet.

Im Ambulant Betreuten Wohnen, dem Bereich, in dem ich tätig bin, habe ich u.a. auch die Aufgabe, an zwei  Tagen in der Woche eine Tagesstrukturgruppe (kurz: TSG) zu begleiten. Die Gruppe besteht aus Menschen mit geistiger und/ oder psychischer Beeinträchtigung. Viele davon bereits im Rentenalter. An meinen Tagen wird kreatives Gestalten und der Alltag in seinen verschiedenen Facetten thematisiert und durchgeführt. Bei den Damen  der Gruppe war es weitaus einfacher, ihnen  Aufgaben zuzuteilen, die in ihrem Interessenbereich liegen  (Kochen, Backen, Handarbeiten, Basteln)

 Bei den Herren der Gruppe (meist im früheren Arbeitsbereich als Handwerker tätig) brauchte ich um Einiges mehr an Zeitaufwand, um ihre Interessen und vor allen Dingen Bereitschaft für Aufgaben zu erwecken.

Nach meiner Zeit im Pflegepraktikum gingen meine Überlegungen bzgl. Bernd aus dem Wohnhaus weiter. Die Idee, beides miteinander zu verbinden, kam mir ganz plötzlich bei der Recherche nach Kreativangeboten im Web, welches ich regelmäßig durchführe. Auf der einen Seite war Bernd, der sich für öffnende und schließende Dinge interessiert. Auf der anderen Seite befanden sich die Männer aus der TSG- Gruppe. Auf einer Internetseite fand sah ich ein Activity- Board (dieses Beispiel- Board kostete 274.00 Euro). Ein Activity Board (Beispiel eines Activity- Boards)  kann man auch durchaus selbst herstellen und individuell gestalten.

Meine Idee nun:

Mit der gesamten Gruppe unter dem Planungsgremium der männlichen Mitglieder ein solches Activity Board selbst herstellen. Der nächste Schritt war die finanzielle Umsetzung. Ich habe meinen Vorgesetzten über meine Idee in Kenntnis gesetzt und die finanzielle Unterstützung und das Einverständnis für die Durchführung wurde mir zugesagt.

Nun stellte ich meine Idee der TSG- Gruppe vor, alle zeigten sich sehr motiviert und jeder möchte an der Umsetzung teilnehmen. Ideen wurden zusammengetragen.

Zu diesem  Beitrag  habe ich meinen  Praxisordner  ein wenig zur  Hilfe  gezogen. Während der Ausbildung  zur Heilerziehungspflegerin hatte ich zur  Aufgabe in jedem  Quartal  einen  Eigenanteil zu schreiben. Ein  wenig gekürzt  und abgeändert (excl. der  eingesetzten  Fachtheorien)  habe ich den Text so übernommen. Den  tieferen Sinn  und meine Überlegungen dahinter möchte ich  gerne in  meinem  heutigen Blogbeitrag erzählen…

Zum Einen 😉

habe ich  während meines Praktikums Bernd kennengelernt und sein Faible für das  Öffnen  und Schließen des  Ü-Ei`s, sowie der zeitintensive Betreuungswunsch, hat  sich  in meinem  Kopf  festgesetzt und  mich  zum  Ideenspaziergang eingeladen.

Und nun komme ich zum  Anderen 😉 :

In der TSG  Gruppe, die ich begleite, befindet sich u.a.  auch Wilhelm, um die 70 Jahre.  Neben üblichen Altersbeschwerden hat er zusätzlich  noch  einen stark  ausgeprägten Tremor (Störung des Nervensystems, die mit einem rhythmischen Zittern eines Körperteils verbunden ist, meistens der Hände). Dadurch bedingt  muss ihm z.B.  das Essen angereicht werden und viele Dinge im  alltäglichen Lebens sind durch die Einschränkung nur noch  mit Hilfe möglich.

Wilhelms  psychische  Konstitution hat  sich in  der letzten  Zeit  aufgrund von  verschiedenen  lebensmotivierenden  Ideen und  Maßnahmen  ein wenig verbessert  und  ist derzeit stabil.  Vorher jedoch hat sich Wilhelm oft hilflos gefühlt, zu nichts nütze  und hat kaum noch Lebensmut besessen.

Als ich  ihm  meine Überlegungen bzgl. der Gestaltung eines Activity-Boards  erzählte, fand er die  Idee gut und  er  freute  sich, dass ich ihn  zum „Bauleiter“ des Activity- Boards ernannt habe, welches mit meiner Unterstützung umgesetzt werden sollte. Nun  ging es  ans Planen, entwerfen, kaufen des Materials. Derzeit sind wir in der „Bau- und Abschlussphase“. Im Anschluss werden wir, als TSG- Gruppe  das  Board  als  Präsent  für  die Fördergruppe im Wohnhaus überreichen, wodurch die Gruppenteilnehmer in  ihrer Selbstwirksamkeit positiv  bestärkt werden und  ihr Selbstbewusstsein polieren  können, bis dass  es im Hochglanz  erstrahlt.

Gleichzeitig  wird es  Wilhelm und allen  anderen Teilnehmern der Gruppe  klar, dass sie selbst  noch  zu großen Dingen fähig sind. Nämlich anderen  helfen zu  können. Dazu bedarf es  oft nur, ein wenig über  den eigenen  Tellerrand  hinauszuschauen  und  zu erkennen, dass jeder  helfen kann  und nicht nur die  Hilfe anderer  benötigt. Das stärkt die Seele und den Lebensmut.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen  wunderbaren Sonntag, mit allen Annehmlichkeiten, die  der Tag vollbringen kann.

26.08.20 Wenn die Sehnsucht ruft, kommt die Liebe oft auf leisen Sohlen

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Liebesbrief P.K. an G.

Gerade ertappe ich meine  Gedanken abermals dabei in dem Moment, als sie ihr Bündel schnüren, im Begriff  sind  durch die Türe und  auf die Reise zu  gehen . 

„Hey, wo wollt ihr denn schon wieder hin? Ihr seid doch gerade erst wiedergekommen?

 „Na, was glaubst du denn wohl? Wir wollen das tun, was wir immer tun!“

  „Und  was wäre das?“

„Wir gehen  auf die Suche“

 „Auf die Suche  geht ihr… achso, naja, wenn ihr meint! Was sucht ihr denn jetzt schon wieder und wann kommt ihr wieder?“

„Warum  bist du nur immer so neugierig  was  wir  machen?  Interessieren solltest du dich  lieber dafür, warum  du auf der Welt  bist und was du hier zu suchen hast! Da du es nicht tust, müssen wir ja wohl diese Aufgabe  übernehmen.“

Sprachen es und weg waren sie.  Nun sitze ich da und  bin  genauso schlau  wie zuvor. 

Bevor ich  mich  aber nun zurücklehne und auf die Rückkehr  der  wuseligen Gedankenbande  nutz- und sinnlos in  Wartemodus verfalle, kommt mir gerade eine rührende Episode aus meinem Arbeitsalltag in  den Sinn, die ich euch  erzählen könnte. 

Es begab  sich  bereits letzte Woche während der  Betreuung. Aus  Datenschutzgründen sind die Namen  verändert. Der Rest hat sich so zugetragen  wie folgt:

Ich begleite  Paul bereits  seit  über  fünf  Jahren  und in dieser Zeit  hat sich ein gutes  Vertrauensverhältnis  aufgebaut. Ich  würde  mal behaupten, wir sind ein gutes  Team. Paul,  um die  60 J.,  ist geistig  beeinträchtigt und  kann  nicht lesen  außer  seinem Namen  in Druckbuchstaben sowie Zahlen  auch nicht schreiben.  Sein Wunsch ist es, schreiben und  lesen zu lernen.  Wenn die Zeit neben den anderen  Arbeiten  noch reicht, legen wir auch immer  mal  wieder eine  Übungsstunde  mit dem passendem Lernmaterial ein.

Sein großes Hobby ist  Fußball  und  er verfolgt  alle Spiele, die im  Fernsehen übertragen werden. Die Ergebnisse der  Spiele  notiert  er  in  einer  Tabelle.  Die verschiedenen Vereine  erkennt er  an  den  Vereinswappen. Am Montag  morgen, wenn wir gemeinsam den Lebensmitteleinkauf  planen, erzählt er  mir über  die Spiele vom vergangenen Wochenende.  Als  absoluter  Fußballleghasteniker bin  ich  dadurch immer bestens  über  die  Ergebnisse  informiert. Aber  dazu  mehr in  einer  anderen  Geschichte. 

Das, was ich  erzählen möchte, hat eher mit  einem  zarten  Gebilde  und  besonderem Kleinod der  Menschen  zu tun, dass sich da  Liebe nennt.

Paul  ist schon  seit  vielen Jahren  mit Linda zusammen. Sie haben sich im stationären Wohnbereich kennengelernt.  Paul wohnt  nun schon  länger im ambulant  betreuten Wohnbereich, sprich  in seiner eigenen Wohnung, in der er von uns  betreut  wird. Linda  aufgrund  ihres Betreuungsbedarfs, u.a.  Epilepsie im stationären  Wohnhaus.  Paul besucht sie dort  fast  jedes  Wochenende, bringt ihr  einmal im Monat die  Fernsehzeitschrift  mit und schon  mal Süßigkeiten, wenn ihr danach ist.

Vor etwa  zwei Jahren  erzählte  mir Paul von  einem  der  Besuche  bei  Linda und wollte  meine Meinung hören. „Die Linda möchte, dass wir  uns verloben.“  Ich fragte  daraufhin: „Und  wie  fühlst du dich damit? Ist das  für dich  in Ordnung  und sind deine  Gefühle  so  groß, dass  du das auch  möchtest?“  „Wir sind ja schon ganz lange zusammen.  Das  mit  dem verloben  kann man  machen.“  „Wie ist  das  Paul…  hast du denn auch  vor die  Linda  mal irgendwann zu  heiraten?  Früher  war das  so, dass, wenn man sich verlobt hat, wie ein Heiratsversprechen. Würdest  du denn die Linda auch gerne  irgendwann einmal heiraten wollen?“  „Das weiß ich nicht, vielleicht ja. Ich glaub, die Linda wünscht sich das  auch.  Ich hab  da nix dagegen.“  „Was  hältst  du  denn  davon, wenn du  der  Linda  mal einen schönen Brief schreibst  und  darin  deine  Gefühle zu ihr beschreibst?  Ich  helfe dir dabei, du sagst mir, was  ich schreiben soll, ich schreibe es vor  und  du schreibst es dann  mit der  Vorlage  ab.  Wenn du dann noch dazu  eine Rose  kaufst  und sie  ihr überreichst, dann hast du eine glückliche  Verlobte!  Frauen mögen das, wenn ihr Partner  sich so liebevoll  um sie bemüht kann  ich dir aus eigener Erfahrung erzählen.“  „Das  ist eine  gute  Idee“, erwiderte Paul. Gesagt,  getan! Linda  hat sich  übermäßig  gefreut.

In der  vergangenen Woche,  bei  einer  Schreib- und  Leseübung  sprach ich  Paul darauf  an, ob er  nicht nochmal einen Brief  an Linda schreiben möchte. Er  war  sogleich  damit einverstanden  und  wir setzten uns daran.  Den Brief  hat  er  abermals  mit einer  Rose  bei  seinem Wochenendbesuch  überreicht, die Freude  bei Linda  riesengroß und Paul war  stolz  wie „Oskar“.  Den geschriebenen Brief seht  ihr oben als Beitragsbild, ich durfte  ihn mit  Pauls Einverständnis ablichten.

Nun noch  das Fazit,  welches dieser  Erzählung zugrunde  liegt:

Mit  solch kleinen Gesten, kleinen  Hilfestellungen kann  man  große  Freude  verbreiten  und  Menschen, egal mit welchen Beeinträchtigungen glücklich machen. Das stärkt die  Teilhabe  an der  Gesellschaft und sie fühlen sich  als  Teil  des Ganzen  und nicht nur geduldet. Mit  der  passenden Unterstützung  leben die  Menschen mit  Beeinträchtigung  ein Leben wie jeder  Bürger  unseres  Staates.  Das Bundesteilhabegesetz schreibt zwar  die Inklusion vor und hat ganz  tolle  Ansätze,  doch  die tatsächliche Durchführung und  Umsetzung  der  Vorgaben steckt noch tief in den Kinderschuhen. Es wird  bedauerlicher  Weise  und manchen Hindernissen geschuldet, noch lange  Zeit auf die  tatsächliche und  umfassende Umsetzung dauern, bis dass es  spürbare Ergebnisse  in Sachen Teilhaberecht  gibt.

Unterstützen können wir alle  den  Vorgang  der Teilhabe, wenn wir über den  Tellerrand hinausschauen und darauf  achten, niemanden wegen seiner  Beeinträchtigung, seiner  Herkunft, Haut und Haarfarbe, seiner Religion  aus  der  Gesellschaft auszuschließen oder  zu verurteilen.

Es  gibt  noch  viel zu tun!  Gemeinsam  stärken wir die Gemeinsamkeit unserer  Gesellschaft! 

Die  Freude  in meiner  erzählten  Erzählung  um  Linda und Paul ist  so  groß, dass auch  ich  in diesem Fall  daran  teilhaben kann.  Schon alleine durch  das Gefühl, dem kleinen Amor  das Füllhorn der  Pfeile  angereicht  zu  haben, damit er  seine Arbeit  erledigen kann.

Nicht jedem Menschen begegnet  das  Glück. Manche sind ihr Leben lang  vergeblich auf der  Suche  nach dem Sinn und der Liebe des Lebens. Paul und Linda haben das  Ihre  bereits  gefunden und das erfreut mich und auch  mein Herz  sehr  für die beiden.

Ich bin  noch gerade dabei,  mich mit dem Lächeln meiner  Mundwinkeln  und  dem erwachenden Morgen zu beschäftigen  als mich ein freudiges, quirliges  „Halloho, hallöchen…  wir sind wieder da!“  meiner  Gedanken empfängt. Na, dann lasse ich sie doch gleich mal an  meiner Geschichte teilhaben  und lesen, die  sich  während ihrer Abwesenheit   unter meiner  Federführung in Worten auf  dem Papier niedergelassen haben.

Ich wünsche euch  allen einen  wunderbaren  Start in den Tag!

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21.08.20 Meine Hoffnung hat Badeverbot

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Psst..pssSsst… halloho, hört  ihr mich?

Leise, sonst hört uns noch jemand! Nicht  irgend jemand, sondern jemand , der  es  nicht hören soll,  nicht hören darf.  Wenn der  jemand   uns hört,  ist es aus,  ist  es  vorbei und  alles umsonst.  Ganz leise, denn meine  Hoffnung hat  ganz feine  Hörantennen.   Und  wenn sie mitbekommt, dass ich euch  aus  ihrem  Nähkästchen  erzähle,  mag  ich  mir die Folgen  gar  nicht ausmalen.

Also pssst…  hört zu:

Meine  Hoffnung ist  genauso alt  wie ich, sogar  noch ein wenig jünger.  Das  Bewusstwerden, dass ich  so  etwas  wie Hoffnung  besitze, kam  erst  später in meinen  jungen  Kleinkindjahren. Vorher  hieß die Hoffnung  Selbstverständlichkeit. Diese Selbstverständlichkeit  war einfach unerschütterlich  und voller  Selbstbewusstsein, verschwendete nie einen Gedanken daran, dass mal etwas nicht funktionieren könnte. Die Welt hat  sich  einfach zu  fügen und sich dem zu  ergeben, was  die  Selbstverständlichkeit für sich gebührt.

Irgendwann, ebenfalls in jungen  Kinderjahren  kam dann jemand, der jagte die Selbstverständlichkeit in das  Pfefferland  und zurück blieb  die Hoffnung, die mich seit jenen Tagen über  Stock und Stein auf meinen Lebenswegen  begleitet.

Allerdings ist die Hoffnung recht empfindlich und möchte  regelmäßig getätschelt und gefüttert werden, damit sie gut genährt  durch den Tag kommt. Das richtige Maß ist hierbei wichtig und  besondere  Gefahren  haben  besondere Aufmerksamkeit  verdient. Auf meiner  virtuellen  Badezimmertüre  prangt  ein Schild, auf dem „Zutritt verboten“ steht. Für meine Hoffnung  ist die Tür  stets  verschlossen, denn sie hat Badeverbot.  Solange  ich die  Gefahren  stets im Blick  habe und meine  Hoffnung nicht alleine baden  lasse, ist alles gut und perfekt.

Da ich sehr aufmerksam  bin, wird meine Hoffnung mich noch überleben. Dessen bin ich mir ganz ordentlich sicher. 

Um  der  Hoffnung den Gang auf dem  roten Teppich  im  Blitzlichtgewitter der Erfüllung ermöglichen zu können, ist es zunächst  einmal  wichtig die richtige Einstellung  zum  Leben  zu erlangen. Da reicht es nicht so einfach aus, die Fenster zu öffnen  und sie alleine  auf die Reise zu schicken in der Hoffnung, sie kommt mit einem  Riesensack, prall gefüllt  mit  guten Dingen zurück.

Es gehört eine  gehörige Portion  Mut und  Selbstvertrauen dazu, das Leben  zu leben und in  seiner Vielfalt willkommen zu heißen. Der Mut und  das Selbstvertrauen sind  in  der Verbündung  mit der Hoffnung  wie die drei Musketiere, die symbolisch für Stärke stehen. Ein Fels in der Brandung, der Albtraum eines jeden Orkans.

Wenn wir das Licht des Lebens  erblicken, sind wir von der Größe  eines  Felsens  noch  Lichtjahre entfernt. Ein kleiner Kieselstein, der beim ersten Windhauch im  feinen Sand verweht und eingebuddelt werden könnte. 

Wir wachsen bestenfalls mit der  benötigten Sorgfalt unserer  Welt um uns herum auf  und  entfalten uns. Hier baut sich mit der Zeit ein  Schutzpanzer der Relilienz auf und ist bereit für das Abenteuer des Lebens.

Leider ist es nicht jedem vergönnt, einen solchen Schutzpanzer sein Eigen nennen zu dürfen. Der Start ins Leben ist nicht immer einfach  und ganz vielen Menschen  wird es durch die verschiedensten Lebensumstände erschwert,  einen  guten Nährboden  zur Entwicklung der Resilienz aufbauen  zu können.

Ich  selbst habe  durch meine überaus positive Grundeinstellung zum Leben soviel Hoffnung  und Lebensmut, dass ich  ohne Weiteres davon verschenken kann, ohne  mich  selbst aus dem Blick zu verlieren. Und was soll ich euch sagen? Es macht Spaß, zu  sehen  und mitzuerleben, wenn unser Gegenüber  einen Nutzen davon hat. 

Selbst mit einer  winzigen Geste, einem Lächeln, ein wohlwollender  Blick, eine kleine Unterhaltung mit der  alleinstehenden  Nachbarin von nebenan, können wir dazu beitragen, anderen  Menschen  den Tag positiv zu bereichern. Ich, als bekennender Messie der Glückselixiere, hinterfrage nicht, sondern wundere mich  nur noch, dass mein Krafttank  sich immer wieder von selbst auffüllt.

Wenn du  das nächste Mal das Haus  verlässt, wirf doch noch einen letzten  Blick in den Spiegel  neben der Türe, setz dir dein schönstes Lächeln auf, steck dir die Achtsamkeit als Wegzehrung ein  und vergess  bloß  nicht die Bohnen für das Sammeln der eigenen Glücksmomente  (ich erzählte bereits  in vergangenen Geschichten davon  *lächel*).  Achte  aber bitte darauf, das die Badezimmertür  fest verschlossen ist. Besser noch, du nimmst die Hoffnung auch gleich an die Hand  und lässt sie nicht mehr los, damit sie die Wanne  nicht unter Wasser setzt.

Euch allen nun da  draußen  und  mir selbst wünsche ich  wunderbaren Start in den sonnigen  Morgen und freue mich auf den Tag!