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Vielen Dank für deinen Besuch.………..tritt ruhig ein und verweile ein wenig bei mir und meinen Gedanken……

…fühl dich wohl und erkenne vielleicht auch ein wenig von dir selbst

in dieser, meinen „kleinen Welt“ die für mich alles ist.

Es freut mich, dass du den Weg zu meinem Blog hier gefunden hast, darüber gestolpert oder dich hierher verirrt hast

und es freut mich noch mehr, wenn du mir

zum Abschied einen kleinen Kommentar da lässt, wie es dir gefallen hat, mich kennen zu lernen und ich freu mich wie ein Schneekönig, wenn du mich wieder einmal besuchen kommst……….

und nun komm…… 

Ich nehme dich an die Hand und zeige dir den Weg

 

21.11.20 November der Leidenschaften

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Traveler Z 14

Kreative Leidenschaften habe ich im Laufe der Jahre  viele entdeckt und sie gehören zu meinem Leben dazu, wie die Nase, die ich mein Eigen nenne und das Lächeln meines Herzens.

Vor gut fünf Jahren begann ich, meine Erzählungen und Geschichten rund um meine Gedanken  zu schreiben. Es hat mich nicht mehr losgelassen und die Liebe dazu hat sich  ganz tief in meinem Herzen festgesetzt. Mein Aufschreiben der Erlebnisse und  die Einstellung zu allen möglichen Facetten im Leben um mich herum, helfen mir, Gedanken zu sortieren, neu zu überdenken, zu festigen, um sie in die richtigen Schublade abzulegen. Bei Gelegenheit bearbeite, betrachte die sortierten  Kostbarkeiten  und bade in Erinnerungen *lächel*

Euer  Feedback auf meine Beiträge  sind für mich ganz oft der Balsam fürs Herz und der Haut, wenn ich nach dem Bad  wieder aus der Wanne steige. Dafür möchte ich euch an dieser Stelle von ganzem Herzen „Danke“ sagen, denn ohne euer Lesen  und kommentieren wäre meine Schreibleidenschaft nur halb so schön!

Meine erste und ältere Leidenschaft  gehört allerdings seit vielen Jahren der Musik und dem Gesang.  Seit nunmehr über zwanzig Jahren. Sie lässt mich nicht mehr los und es ist für mich mit das beste Mittel, um abzuschalten, von  einem anstrengenden Tag runterzukommen, die innere Mitte zu finden oder einfach nur meinen Gefühlen einen Klang zu geben. 

2013 habe ich einen Song der  unvergessenen und großartigen Chansonsängerin Alexandra  gecovert. Da dieser Song den November beschreibt und der November auch  gerade den Kalender diktiert, fand ich ihn passend  um  euch ein wunderbares  Wochenende zu wünschen!  Passt alle gut auf euch auf und bleibt gesund!

17.11.20 Wenn der Wind dich auf sanften Schwingen trägt

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Ich

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Nachdenklich blicken meine Augen aus dem Fenster. Aus der vierten Etage habe ich einen ganz  guten Blick in die Ferne, sofern das Wetter es zulässt. Weit genug, dass sich meine Gedanken  auf dem Weg zum Horizont und darüber hinaus verlieren können, wenn sie es nur wollten. In dieser Jahreszeit  merkt man erst  so richtig, dass die Natur sich vom  Sommer mit großem Paukenschlag und wundervollen Farbenspielen  im  Herbst  verabschiedet.

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Irgendwie mag ich diese Jahreszeit. Am Abend sitze ich gerne  unter der dicken Flauschdecke, trinke  Tee, schaue dabei fern oder mache Handarbeiten, höre Hörbücher, da ich meine Hände und Augen  für alles andere brauche, aber nicht zum Seitenblättern. Am frühen Morgen sitze ich mit meinen Gedanken und lasse sie in die Ferne reisen. Für den Winterblues hat meine Seele selbst in dieser Jahreszeit nicht wirklich Zeit, wenngleich ich auch Traurigkeiten zulasse. Sie gehören in manchen Momenten einfach dazu und zeigt mir die schöneren Momente, erst richtig zu wertschätzen. Das Leben richtig genießen kann  ich erst, wenn ich auch die andere Seite kenne. 

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Gerade heute habe ich mal wieder in den Schulunterlagen aus meiner Ausbildung  geblättert und einen Arbeitsauftrag  aus dem Fach Ethik  in  den Händen gehalten. Diese Ausarbeitung beschäftigte sich mit einem Fallbeispiel  zum Thema Tod und mögliche  Methoden der Trauer für die Hinterbliebenen. In der Aufgabe  ging es um einen jungen Mann mit geistiger Beeinträchtigung, dessen Mutter  im Sterben liegt. Hier sollten  wir eine Antwort auf seine Frage:  “Was kommt nach dem Tod?“  beantworten  und die  Möglichkeit, was man gemeinsam mit dem jungen  Mann tun kann  um ihm zu helfen, seine eigene Antwort zu finden. In meiner Beantwortung habe ich angegeben, dass ich zunächst den jungen Mann nach seiner eigenen Vorstellung fragen würde, was nach dem  Tod  kommen mag um daraus die mögliche Antwort und danach den individuellen Unterstützungsbedarf  zu bilden. 

Mein Vorschlag  zur Unterstützung, bezogen auf das Fallbeispiel, waren u.a. eine sogenannte „Jenseitskiste“, bestückt mit unterschiedlichen Dingen  (Fotos, Gebasteltem, Briefe uvm.), welche mit der Mutter verbinden.  In Momenten  der Traurigkeit  können sie gleichzeitig trösten  und schöne Momente in Erinnerung rufen.

Wenn ich so im Nachhinein darüber nachdenke, fiel es mir in der Vergangenheit immer etwas  leichter, zu denken und handeln, wenn es gerade in diesem Thema  nicht um  mich persönlich ging. Und doch fühlte ich mich in irgendeiner Weise hilflos, nur noch  funktionierend und der  geistigen Erstarrung ausgeliefert.  Kurzum, ich fühlte mich alles andere, aber nicht gut damit.

In der Ausarbeitung  wurden dann noch zwei weitere Fragen gestellt, welche mich sehr nachdenklich machten.

 1.  Reflektieren Sie für sich: Was ist ihre persönliche Vorstellung von dem, ob  und  wenn ja, was nach dem Tod sein wird? Und 2.: Stellen Sie ihre Vorstellung dar

 Mein erster Gedanke war spontan:“ Was sollen diese Fragen?“ und  „die kann ich doch gar nicht beantworten!“ sowie:  „ Die will ich eigentlich auch nicht beantworten, weil ich damit mein Innerstes, somit auch meine Ängste  und Verwundbarkeit zum Ausdruck bringe.“

Was sollte ich  tun? Es war nun mal ein Arbeitsauftrag, der mir dann die Zeugnisnote bescheren würde. Also musste ich  mich auch  damit auseinandersetzen. Ich bin auch kein Mensch, der irgendetwas dahinschreibt, weil es passt. Ich muss dahinterstehen können und  ehrlich sein.

Was soll ich nun sagen? Ich bin froh, dass ich durch den Arbeitsauftrag praktisch gedrängt wurde, mich persönlich und für mich mit meinem eigenen Gefühlen bzgl. des Themas auseinanderzusetzen und Antworten zu finden.  Es war  letztendlich gar nicht so schlimm, wie ich es anfangs empfand. Den Mut zu haben, sich mit den Dingen  nach meinem Leben auf irdenen Wegen auseinanderzusetzen haben mir ein wenig mehr an Gelassenheit  gegeben und mich beruhigt. Jeder von uns hat andere Vorstellungen und auch  jeder von uns hat andere Ängste im Leben und dem was danach kommt. Diese folgenden Antworten sind ganz persönlich auf meine Person und meine  Gedanken abgestimmt. Aber vielleicht helfen sie dem ein oder anderen bei seinen eigenen Fragen?


1. Was ist ihre persönliche Vorstellung von dem, ob  und  wenn ja, was nach dem Tod sein wird?

Ich für meinen Teil habe keine definierte und greifbare Vorstellung von dem, was mich nach meinem Tod erwartet. Wünschenswert für mich selbst wäre es, die Welt zu verlassen und zu wissen dass ich alles, was ich mir als Lebensziel gesetzt habe, erreicht zu haben. Nichts unerledigt zu lassen. Meinen Menschen in meiner Umgebung eine Bereicherung in ihrem Leben gewesen zu sein und dass sie mich in guter Erinnerung behalten. Die Zeit, die mir bleibt, sinnvoll genutzt zu haben und mit dem Leben sowie mit dem Tod Frieden geschlossen zu  haben. Friedlich und ohne Schmerzen einschlafen wäre noch ein Wunsch, den ich mir für mich wünsche.

2. Stellen Sie ihre Vorstellung dar

In meiner Vorstellung „male“ ich mir nicht den Tod aus, bzw. stelle mir vor, was mich danach erwartet. Eher ist es so, dass ich mir Gedanken mache wie es meiner Familie und Freunden geht, nachdem ich nicht mehr bin. Ich wünsche mir, dass sie einen Weg finden, mit der Trauer umzugehen und Menschen, die ihnen  zuhören, sowie für sie da sind. Vielleicht noch, dass sie mich nicht ganz vergessen.

Ich selbst habe nur einen Auftrag  im und für das Leben- für das, was mich nach dem Leben erwartet, habe ich  keinen Plan.

Mein Auftrag im Leben habe ich vor einigen Jahren in einer meiner Erzählungen verschriftlicht: „25.06.15 Beipackzettel des Lebens“


Das Fazit des Arbeitsauftrags war die Note „sehr gut“

Das eigene Fazit meiner heutigen Gedankenreise:

Dank meiner gedanklichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Wegesende kann ich  mich ein wenig besser in die Situation hineinversetzen, wenn das Leben einen loslässt. Meines hing ebenfalls mal am seidenen Faden  und es geschah auch im  Novembermonat  am 1.11.2012, wodurch ich mit einem zweiten Geburtstag  beschert werde „Happy birthday to me“  😉

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Ich habe noch soviel  vor im Leben und ich liebe und lebe mein Leben. Naja, vielleicht nicht an allen Tagen…  meist dann nicht, wenn mein Verstand mal wieder einen „knockout“ von Seiten meines Bauchgefühls  erlebt und ich durch ein  Fettnäpfchen gleich  ins Nächste stapfe. Aber auch  das bin ich, so wie ich noch lange auf irdenen Wegen auf Reisen gehen möchte. Auf diesen Wegen möchte ich auch so oft wie möglich anderen helfen, ihren eigenen Weg  zu finden.

 Heute war es eine gedankliche  Reise  *lächel* Die zumindest darf ich derzeit tun, ohne die Kontaktbeschränkungen  zu beachten. Euch allen einen wunderbaren Start in den Tag!

15.11.20 Wenn du auf dem Schlauch stehst, geh zwei Schritte nach vorn

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Der vergangene Mittwoch könnte, wenn er nicht beim Hinterherbetrachten doch recht lustig war, eigentlich ersatzlos gestrichen werden.  Ein fast verkorkster „Abschiedskuchen“, zum Adieu sagen zu einem unserer, an und ins  Herz gewachsenen  Klienten. Eine dicke  Zeigefingerbrandblase  durch mutige Naivität  hinzugezogen  waren nur einige, wenige  Indizien für einen Totalausfall meiner menschlichen Gehirnzellen. Und das alles nur  wegen meinen, immer häufiger vorkommenden  Spontaneinfälle unter der Diktatur meines  Bauchgefühls.  Ich bin`s ja selbst schuld, dass ich meinem Bauch oftmals mehr Gewichtung  zugestehe  als meinem  Verstand. Aber bevor ich mich jetzt wieder in lauter: „Hätte ich mal besser auf meinen Verstand gehört  und anderen „hätte  ich…“  verliere, erzähle ich einfach mal, was sich zugetragen hat  und damit dem Drama seine Ehrerbietung verlieh.

Zunächst einmal verlief der Start in den Tag recht angenehm. Mein Urlaub hatte gerade begonnen und die Renovierungsarbeiten in der Wohnung  hatten auch seit dem vorherigen Tag  ihren  Abschluss gefunden.  Heute hatte ich außer einem Besuch in der Tagesstrukturgruppe an meiner Arbeitsstelle  nichts weiter vor.  Warum ich  gerade in meinem Urlaub  dort hin wollte, fragt ihr euch sicherlich  und auch zurecht 😉 

Es hat sich bereits schon seit einigen Monaten abgezeichnet, dass einer  unserer Betreuten, nennen wir ihn hier mal Wolfram, aufgrund seines fortgeschrittenen  Alters und damit einhergehenden gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr lange im ambulant betreuten Wohnen  verbleiben  konnte.  Nach eingehenden Gesprächen und intensiven Überlegungen der verantwortlichen Personen, darunter auch die Hauptperson Wolfram, wurde  dann einstimmig beschlossen, dass eine Unterbringung in einer stationären Wohnform die beste  Lösung sei. Obwohl sich der Weg  vom ursprünglichen Gedanken über die Gespräche und letztendlich zur Umsetzung  des  Umzugs einige Monate dauerte, war es für uns nun doch recht plötzlich und überraschend.

Wolfram  ist in der Tagesstrukturgruppe  (TSG), von Anfang an mit dabei  und  allseits beliebt. Nun hat sich Wolfram gewünscht, dass der letzte Tag  als Mitglied in der TSG  mit Kaffee  und Kuchen  gefeiert wird.  Zu dieser  Abschiedsfeier  wurde ich dann auch  eingeladen. 

Bis hierhin lief  alles noch glatt. Die Zeit habe ich mir vorausschauend geplant, keine weiteren Termine…  Wie gesagt, bis hierhin.

Mein  Bauch  überlegte  spontan, dass ich als Mitbringsel doch einen Kuchen backen könnte.  Mein Verstand meinte, dass ich für die Backaktion noch nichts eingekauft  habe, worauf  mein Bauch meinte, dass der Kuchen variabel nach vorhandenen Vorräten ausgewählt werden kann. Wer nun  dabei bei dem Schlagabtausch den Sieg davontrug, brauche ich euch wohl nicht zu erzählen *lächel*  Wer den weiteren Verlauf dieses Morgens lesend verfolgt, wird vermutlich feststellen, dass sich mein Verstand schmollend in die Ecke verzog und beschlossen hat, an diesem Tag nicht mehr in  Aktion zu treten.

Nach der Inspektion der Vorräte  stellte ich  fest, ein Käsekuchen mit Kirschen auf  Mürbeteigboden sollte es werden.  Das passende Rezept  wurde  ausgedruckt   und  ich machte mich gleich  an die Arbeit. 300 g Butter  standen  im Rezept. Ich dachte  noch, das ist schon ganz schön viel für den Mürbeteigboden. Der Gedanke kam und ging nach einer Sekunde, denn wenn  es so dort steht, so dachte ich, wird es auch seine Richtigkeit haben.  Nach dem Verkneten der Zutaten sollte  ich den zuvor geruhten  Teig auf dem Backblech  ausrollen. Doch dieser war eher  streich- als . Ich wunderte mich  ein wenig  und beförderte ihn mithilfe des Teigspaten auf das Blech.  Der  Teigboden sollte für etwa  10 Minuten auf 200 Grad  vorbacken und danach erst die Käsemasse  mitsamt Kirschen auf ihm verteilt werden. Das Backblech wanderte in den Ofen und ich  wischte die Arbeitsfläche sauber und nahm mir das Rezept zur Hand, um zu lesen, wie es weitergeht. Was mir ins Auge fiel, war, dass ich der Käsemasse  150g  zerlassene Butter zufügen solle.  Dachte  noch so, dass stand doch gar nicht in der Zutatenliste. Nochmals 150 g Butter? Da kann doch irgendetwas nicht stimmen, las nochmals und langsam wurde mir klar, dass der Kuchen  zumindest so nun mal gar nichts werden konnte. Die Hälfte der Butter sollten in  den Mürbeteigboden und die andere Hälfte für den Käsekuchenteig wandern.

Aber gottseidank hatte ich das Backblech gerade eben erst in den Backofen geschoben. So dachte ich… Wenn ich nun schnell das Blech wieder heraushole, den Teig wieder in die Schüssel befördere und aus diesem Teig exklusive der Butter die doppelte Menge mache, könnte ich den Kuchen dennoch verwenden. Dass aber seit der Erkenntnis und dem Eingreifen zur Schadensverminderung bereits mindestens 5 Minuten vergangen  sind, habe ich dabei nicht bedacht.  Ich  griff also beherzt und  ohne  Topflappen in den Backofen, wollte schnell das Blech herausholen, bevor es zu spät war. Für meine Finger war es definitiv zu spät und ich  konnte  nur mühsam den Schmerzensschrei unterdrücken. Meine Strafe erhielt ich auch sogleich mit einer dicken Brandblase auf der Fingerkuppe. 

Mit Pflaster versehen, fügte ich nun die fehlenden Zutaten zum Teig  und siehe da, er ließ sich nun auch  ausrollen.

Im Rezept stand, dass man für den Teig ein Päckchen Käsekuchenhilfe hinzunehmen solle. Ich nehme für  den Kuchen stets Vanillepuddingpulver und nahm dann auch gleich  mal ein Päckchen mehr, als sonst. Warum, weiß ich bis heute   noch nicht. 

Letztendlich  hat der Backvorgang funktioniert und der perfekt gefärbte Käsekuchen  konnte bis zum Besuch auskühlen.

Später bin ich dann zur Abschiedsfeier  und habe den Kuchen mitgenommen. Vom Geschmack her  war der Kuchen so, wie er sein sollte. Ein wenig zu fest  im Teig, was wohl dem Zuviel an Puddingpulver geschuldet war, aber dennoch lecker.

Das Fazit des Ganzen:

Beim nächsten Mal sollte ich wohl besser doch  mal erst mit beiden Füßen von dem gedanklichen Schlauch heruntersteigen, bevor ich meine Gedanken in die Tat umsetze. Mal schauen, wie lange ich diese Erkenntnis in meinem Erinnerungsvermögen halten kann 😉

25.10.20 Ohne Sinn ist das Leben ganz schön öde

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In   der heutigen Zeit rennen viele dem Sinn des Lebens hinterher, ohne ihn wirklich zu finden. Wer nun  nicht fest mit beiden  Beinen im Leben steht, einen Fuß  vor den   anderen  zu setzen,  den  Blick  in Richtung  Ziel richtet und  mit Souveränität  die Gegenwart  bewältigt, plagt sich damit, seine  Motivation  und  seinen   Mut aus dem  Versteck  hinter dem  Ofen  hervorzulocken.  Unzufriedenheit, Versagensängste und auch Unsicherheit können sich bei so manchem  Wunschziel breitmachen. In dieser Phase lassen  viele  die gerade zum  Fliegen  erhobenen Flügel wieder nach unten sinken und  packen  den  Mut zurück in  die Kiste

Wir hinterfragen uns und die Welt um uns herum, ob wir denn auch ein Teil der Gesellschaft sind oder einfach nur Randfiguren, Statisten in einem Spiel, welches sich da Glück nennt.

Dabei  haben viele von uns gar keine Ahnung, wie gut es ihnen  doch eigentlich geht. Das nötige  Handwerksmaterial haben  sie in der Tasche, dem  Leben all das Gute zu entlocken, um den Alltag abzurunden. Mit der passenden Motivation und  die Schritte in die richtige Richtung gesetzt  schaffen  es auch  manche, ihrem Leben den Sinn zu geben, der ihren Träumen  und   Zielen am nächsten kommt.  Andere  wiederum lassen  ihre Motivation da, wo sie nicht hingehört- in der Abstellkammer, hinterstes Regal in einer verstaubten Schatulle, die sich da Bequemlichkeit nennt.

Dann gibt es noch die Aufschieberitis, die so manchen  befällt. Es könnte  ja jemand kommen, der ihnen  die  Wünsche in kleinen Happen auf dem Silbertablett  serviert. Man muss nur ein wenig Geduld haben. Manchmal reicht die Geduld ein Menschenleben lang.

Dann gibt es noch die Ahnungslosen, die nicht wissen, welches wirklich erstrebenswerte Ziele im Leben sind oder die aus der Vielfalt der Wünsche nicht wissen, wie und für welches Ziel sie sich zuerst entscheiden sollen. So vergeht dann  Tag um  Tag und  sie kommen keinen Zentimeter voran.

Ein Glück für jeden, der seine Chance  und  den  Mut an die Hand nimmt  und   den Weg  schnurstracks in Richtung Ziel begeht, ohne sich lange Zeit den Stolpersteinen zu widmen.  Dieses Glück  ist aber eher selten  in  unserer menschlichen Natur und  Dasein  zu finden. Jeder hat seine  eigenen Hürden, die es aus dem  Weg  zu räumen gilt  und  so manch einer benötigt dabei Hilfe  um sein  Ziel  zu erreichen. 

Selbst die größte Motivation kann nicht zur Erfüllung eines selbst simplen Wunsches reichen, wenn  die Barrieren  im  eigenen Körper und  Geist zu finden  sind. In diesem, heutigen  Beitrag mag ich euch gerne wieder ein  Praxisbeispiel  aus meinem  Arbeitsalltag als HeilerziehungspflegerIn erzählen, in  dem  es um genau eine solche Hilfestellung  geht. Barrieren  abbauen, Teilhabe ermöglichen und mit Erfahrung von Selbstwirksamkeit das  Selbstbewusstsein stärken.

Der Name  des Klienten ist, wie  bereits in vergangenen Erzählungen,  aus Datenschutzgründen geändert.   

Auszug  aus einem  der Eigenanteile, die ich während der Ausbildung  geschrieben habe:

Thema:  Einkaufsvorbereitung mithilfe von Symbolkarten

Im folgenden Eigenanteil berichte ich über die Planung und Herstellung von Symbolkarten zur Einkaufsvorbereitung gemeinsam mit einem Klienten. Ich begleitete Paul bereits seit einigen  Jahren in vielen Bereichen des Alltags in denen er Unterstützung benötigt. Diese Unterstützung ermöglicht ihm die Teilhabe in der Gesellschaft im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Paul hat eine erhebliche Teilhabeeinschränkung u. a. im Bereich: Lernen- und Wissensanwendung. Er kann nur sehr eingeschränkt lesen, schreiben und rechnen. So benötigt er stets Hilfe bei der Überprüfung der Vorräte, Ermittlung des Einkaufsbedarfs und Bereithaltung der passenden Barbeträge für die Bezahlung an der Kasse.

Paul wird in allen Bereichen für den Ablauf der Vorbereitung sowie beim Einkauf selbst unterstützt.

Um Pauls Resilienz zu stärken, habe ich gemeinsam mit ihm überlegt, welche personelle Hilfe durch Interaktion mit gegenständlichen Mitteln ersetzt werden kann. Im Verlauf des Gesprächs wurde beratschlagt, dass Paul durch Symbolkarten auf denen der Einkaufsgegenstand als Bild und Wort abgebildet ist, eine eigenständige Durchführung der Einkaufsvorbereitung gewährleistet wird (Ermittlung des Einkaufsbedarfs und Schreiben der Einkaufsliste).

Damit die Symbolkarten möglichst originalgetreu, sowie haltbar gestaltet werden, haben wir Supermarktprospekte durchgeblättert und den passenden Einkaufsbedarf ausgeschnitten. Im nächsten Schritt wurden die Bilder beschriftet und laminiert. Somit hat Paul die Möglichkeit, selbstständig und ohne meine direkte Hilfe die Vorratshaltung zu kontrollieren und die Einkaufsliste zu schreiben. Meine Unterstützung beginnt erst in der gemeinsamen Kontrolle der Liste vor dem Einkauf. Ziel wird es sein, dass Paul Selbstwirksamkeit erfährt und seine Unsicherheiten abbauen kann. Ein kleinschrittiges Vorgehen wird notwendig sein, um das Erlernte als Wissen abzuspeichern und in die Normalität des Alltags übergeht.

Teilhabebarrieren werden abgebaut und die eigenen Ressourcen von Paul freigesetzt. Bei Zielerreichung stärkt es das Selbstvertrauen von Paul und macht mich in diesem Punkt der Unterstützungsleistung entbehrlich

____________________Ende des Auszug Eigenanteil_____________

Paul war bei der Ermittlung des Hilfebedarfs und dessen Umsetzung hochmotiviert und  hatte sichtlich Spaß bei den  Vorbereitungen. So kann  er ein  wenig  Normalität  erleben. Für die Gesellschaft ist es ein simpler und  alltäglicher Vorgang, dem  kaum mehr  als nötig Aufmerksamkeit  geschenkt wird. Für Paul hingegen ist es ein  „Sieben-Meilen-Schritt“ auf seinem Lebensweg.

Mich erfreut es  ungemein, ihn ein wenig dabei begleiten zu dürfen und noch mehr, dass ich mich mit jedem  weiteren Schritt nach vorne, gleichzeitig Stück für Stück entbehrlich machen kann.

14.10.20 Ich höre das, was du nicht sagst.

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Bild von Alexandra Haynak auf Pixabay

Wieder mal  mit der  Lupe  bewaffnet, wieder mal auf der Suche nach dem  Sinn  und  Reichtum des Lebens, blicke ich  in meine innere Welt, die  vor meinem  geistigen  Auge vorüberzieht,  immer schön  im Kreis herum. Ein Gewusel von  Ideen, Wünschen, Gefühlen  und  Träumen  tanzen ihr  Ringelreihen mal hüpfend  und   freudig, mal gemächlich, mit ruhigem Schritt, mal mit Spannung und  lauerndem  Blick, um  dann  im  nächsten  Moment  wieder aus der Bahn zu preschen, um sich in den  Vordergrund  zu schießen, mit der  Aufforderung  an  mich:“ Nimm  mich,  ich bin  dran, ich bin  Erster!“  Es ist schon nicht einfach, diese  ganze Rasselbande  unter meine  Kontrolle zu bringen, das kann ich euch sagen!

Es ist und bleibt für mich  wohl immer ein Rätsel und  ein persönliches Phänomen, dass meine, mich umgebenden Menschen  finden,  dass ich eine große Portion Ruhe ausstrahle.  Ob ich dieser, für  mich lobklingenden Einschätzung wahrhaftig  so gerecht werden kann, wenn ich mein  Inneres betrachte, weiß ich da nicht so  recht. Letztlich  ist es aber so, dass sich mein  Inneres und  mein  äußerer Eindruck  sich den  Optimismus  des Gelingens teilen.  Da sind sich die beiden  einig. Das beruhigt mich da schon ungemein!

Was ich mit meinem heutigen Beitrag  eigentlich  zum Ausdruck bringen  möchte, ist die  Tatsache, dass die Wahrnehmung  der uns begegnenden  Menschen immer nur der äußere  Eindruck sein  kann. Nie oder nur  ganz selten, werden  wir wissen, was sich in  seinem Inneren  abspielt.  Viele Ängste und Nöte, viele Gedanken bleiben  uns verborgen und  viele  Menschen  sind wahre  Schauspielkünstler, wenn es darum  geht, die wahren Gefühle  zu  verbergen und das Gegenteil dessen  nach außen  zu kehren. 

Die Gründe dafür sind sehr vielfältig, jedoch die Urangst, sich verletzbar zu zeigen, ist wohl der häufigste Grund, warum  viele ihr Inneres verbergen. Wer sich  verwundbar zeigt, setzt  sich möglichen  Angriffen aus, sofern dies  in einem  unpassenden  Rahmen geschieht. Verletzbarkeit zu  zeigen, setzt  ein  riesiges Maß an Selbstvertrauen voraus. Öffnen wir unsere Türe nach außen, entsteht  bestenfalls Vertrauen, Nähe  und  emotionale Verbundenheit. Es sind die Schwächen, Zweifel und  die Ängste des anderen mit denen wir uns identifizieren und solidarisieren können, weniger seine Stärken, um die wir ihn insgeheim  beneiden  oder bewundern.

Wenn wir in unserem  Alltagsgeschehen stets  ein wenig aufmerksam und sensibel  das Leben  um uns herum betrachten, danach achtsam mit uns und  anderen umgehen, ist das ein  wichtiger Baustein für  einen  gelungenen Tag, der mit Zufriedenheit beendet werden kann.

9.10.20 Träumst du noch oder lächelst du schon?

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Jeden Morgen wache ich  mit dem Gedanken auf, dass heute etwas ganz Wunderbares passiert. Am Abend gehe ich schlafen  und  lasse die ganzen  Glücksmomente des Tages in  Reih und  Glied an  mir vorüberziehen.  Für die Glücksmomente  braucht es nur Winzigkeiten  und ein  waches Auge, damit sie nicht ungesehen  davonschleichen. 

Manchmal bedarf es nur das Hören eines Liedes, das  Lächeln  eines Menschen, eine wohlwollende Geste oder einen Moment für  Seelebaumeleien. Am liebsten teile ich solche Momente  gerne   mit meinen  Mitmenschen  um  mich herum. Das  sind  die schönsten  Augenblicke  des Tages. Es bedarf  gar  wahrlich wenig  für einen gelungenen  Tag.

Sicherlich hat nicht jeder Tag das Zeug dazu, um  ein rundum glücklicher Tag zu werden. Zu viele davon würden  auch die Wertschätzung derer mindern, für die es sich allemal lohnt, des Morgens aus den Federn zu  hüpfen. Für mich sind diese Glücksmomente wie ein Kleinod, welche ich in der großen Schatztruhe  meines Krafttanks  niederlege und sie bei Bedarf  oder auch einfach  so, wenn  mir danach ist, hervorhole und  genieße. 

Gerade jetzt in  dieser Zeit mit allem Elend  und Krankheiten  auf der Welt, mit allen  Einschränkungen  dank Covid19  und  all jenen Menschen, die  besser in Mutters Bauch geblieben  wären, da sie viele Menschen  wissentlich ins Unglück stürzen und   sich  daran  profilieren  um  sich  mit ihrem Machtwahn hervorzutun, braucht es  jede  Menge  kleiner  Augenblicke  des  Optimismus geschwängerten Glücks um sich selbst zu überzeugen, dass es  sich doch  noch lohnt, den Tag mit dem Blick nach vorne und  einem Lächeln  auf den  Lippen zu begegnen.   

Mit diesen  Vorsätzen werde ich denn  nun  auch den  meinen Tag  begrüßen  und  mich auf das heutige Abenteuer Leben  einlassen. Ich bin  mir fast sicher, es wird ein   Guter werden *lächel*.

Euch allen  wünsche ich einen  wunderbaren Start in  den  neuen  Tag mit allem, was euer Glück begehren mag und ein  fulminantes  Wohlfühlwochenende!

27.09.20 Meine Gedanken umarmen dich sanft

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Es ist früh und  noch früher  am Morgen, fast mitten  in  der Nacht. Wachgelegen habe ich  gefühlt schon  seit Stunden. Meine gesamten Einschlafpositionen brachten  mich und meinen Körper nicht mehr in das Land der Träume. Es half nichts, rein gar  nichts. Nicht  einmal das Bewusstsein, dass heute Sonntag  ist. Irgendwann  gab ich auf, schickte meine Gedanken  voraus ins Bad  und  schlurfte  selbst hinterher. Selbst das Wasser, mit dem ich sonst den Schlaf aus den   Augen vertreibe, ist heute irgendwie kälter als sonst.

Einzig und alleine meine Kaffeemaschine tut, was sie jeden Morgen mit Elan tut  und  mein  Kaffee  ist  in  Windeseile  im Bauch meiner Lieblingstasse  verschwunden,  füllt diese mit wohltuender Wärme. Ich stehe derweil am Fenster und  sehe schwarz. Der Himmel hat sein dunkles Nachtgewand noch um und  denkt  noch lange nicht ans aufstehen.  Kein Vogelgezwitscher und  kein  Lichtstreifen  am  Horizont. 

So langsam wird mir klar, dass der Sommer seinen Abschied genommen hat.  Der  Lauf des Jahres  ist nun beim Herbst angekommen, der durchaus auch wunderschöne Seiten und Tage zu bieten hat. Die warmen Herbstfarben  im späten Sonnenlicht, die bunten  Bäume  in ihrem  farbenprächtigen  Laub. Es gibt nichts schöneres, als mit ausgebreitenden Armen im bunten Laubhaufen  zu wühlen und ihn  mit Schwung in die Luft  zu werfen. Dabei unter dem herabfallenden  Blätterlaub zu  stehen, ist  eine Freude, die Erinnerungen  an die glücklicheren Tage der  Kindheit hervorruft und  ein  Lächeln ins Gesicht zaubert.

Die Jahreszeiten  kommen und  gehen.  Dabei hat jede Zeit seine Zeit und  jede Zeit  beinhaltet auch  ein Wiedersehen sowie einen  Abschied.

Vom Abschiednehmen der besonderen Art möchte ich euch heute erzählen. In der letzten  Erzählung habe ich euch von Hildegard (*Name geändert)  berichtet, die ich  gemeinsam mit meiner Kollegin im Leben  betreut und  auch  in ihrer Sterbephase  ein wenig begleitet habe. 

Als die unumstößliche Diagnose des  Pankreaskrebs  gestellt war und  die Heilungschancen bei Null lagen, haben  wir überlegt, wie wir  Hildegard  bestmöglich unterstützen  können  und  es  ihr in den  letzten  Wochen und  Monaten, die ihr verbleiben, ein wenig erleichtern können. Von den  Sterbephasen und dem Lebensabschied an sich, habe ich bereits im vorherigen Beitrag  berichtet. 

Im folgenden wird es hier um die Trauerbegleitung  der  Tagesstrukturgruppe  (TSG)  gehen, an der Hildegard vor ihrem Weggang für längere Zeit teilnahm.

Hier nun ein Auszug aus einem erstellten Eigenanteil bzgl. der Trauerbegleitung während meiner HEP- Ausbildung:

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Im Rahmen einer durchgeführten Ferienfreizeit nach Holland erfuhren wir am letzten Abend unseres Aufenthalts vom Tod von Frau H. In einem weiteren Eigenanteil (Oktober 2019) berichtete ich bereits über die Sterbebegleitung von Frau H.

Die meisten Teilnehmer der Tagesstrukturgruppe nahmen auch an der Ferienfreizeit nach Holland teil. Die Freundin (TN der Ferienfreizeit und Klientin) von Frau H. erfuhr neben uns auch durch den Anruf des Sohnes vom Tod Frau H. Die Information breitete sich unter den Teilnehmern der Ferienfreizeit schnell aus und die Stimmung war an diesem Abend sehr betrübt. Einige suchten das Gespräch zu uns Betreuern, um Trost zu erfahren. Andere wiederum wollten alleine sein. Jeder ging auf seine eigene Weise mit der Trauer um. Dadurch, dass alle gleichzeitig die Nachricht über den Verlust erfahren hat, war es für uns Betreuer nicht einfach, jedem kurzfristig gerecht zu werden. In dieser Situation war es nun auch wichtig, dass wir unsere eigene Traurigkeit mit der nötigen Abgrenzung verarbeiten mussten, da wir zuerst für die Klienten da sein mussten.

Zum Thema Trauer

Trauer ist ein Prozess des Alltags, mit dem wir alle im Laufe des Lebens konfrontiert werden. Jeder geht aufgrund eigener Vorgeschichten anders mit der Bewältigung um.

Menschen mit Bindungsstörungen[1] erleben einen Verlust in anderer Weise als ein Mensch, der behütet aufwuchs. Alles hat seinen Platz in der Trauerarbeit. Wut, Zorn, Traurigkeit, Schweigen und Tränen finden darin Ausdruck. Angenehme Erinnerungen, gemeinsame Erlebnisse können bei der Trauer hilfreich sein.

Die Beerdigung von Frau H. haben meine Kollegin, die Freundin von Frau H. und ich alleine begleitet. Die Verabschiedung der Gruppe habe ich nach Absprache auf einen anderen Tag verschoben.

Die Tagesstrukturgruppe ist eine gemischte Gruppe von Frauen und Männern. Nach unserer Ferienfreizeit und dem ersten Treffen in der Tagesstruktur haben wir eine Kerze und ein Foto von Frau H. auf den Tisch gestellt. In der Gesprächsrunde, welche ich moderiert habe, erinnerten wir uns an die gemeinsamen Erlebnisse mit Frau H. Im Laufe des Gesprächs befragte ich die TN nach möglichen Ideen für Verarbeitung von Trauer. Wir beschlossen, dass wir eine Blumenschale pflanzen und diesen gemeinsam mit der Gruppe zum Friedhof bringen, wo wir uns mit einem Zwiegespräch von Frau H. verabschieden. Eine weitere Idee war ein Fotoalbum mit Bildern von Frau H., welche sich im Laufe der Zeit durch verschiedene Freizeitaktionen und Urlauben angesammelt haben. Ein weiteres Album erhält der jüngste Sohn von Frau H.; sie hatten lt. Frau H.`s Aussage immer ein besonderes Verhältnis miteinander.

Mit diesen Überlegungen und der Auswahl an Strategien entstehen verschiedene Möglichkeiten der Trauerbewältigung und der Umgang damit. Rituale (z.B.: regelmäßige Gespräche, Friedhofbesuche) innerhalb der Gruppe geben Gelegenheit, sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.


[1] https://de.psychologyinstructor.com/die-bindungstheorie-von-john-bowlby/

_______Ende des Auszugs Eigenanteil_____________________________

Der Abschied von einem Menschen  ist und wird immer ein ganz besonderes  Erlebnis sein, welches das gesamte Gefühlsspektrum in uns  aufwühlt und uns mit Traurigkeit, Wut und auch  Hilflosigkeit ausfüllt. Doch gleichzeitig kann es uns auch mit Dankbarkeit  erfüllen, wenn wir die Möglichkeit hatten, uns zu verabschieden. Ebenso die  Dankbarkeit, diesen Menschen ein Stück seines Lebensweges begleiten zu  dürfen. 

Ich  für meinen Teil bin dankbar, diesen Menschen Hildegard kennengelernt zu haben  und  denke immer mal wieder gerne  an sie zurück. Sie, die es wahrlich nicht einfach im Leben hatte, hat nun ihren Frieden gefunden und das Glück eines ewigen Schlafs, der sie vorsichtig hinübergetragen hat.  Die Erinnerung bleibt und meine Gedanken umarmen sie sanft.

13.09.20 Spuren, die der Wind nicht verweht

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Der Schlaf ist vorüber, der Morgen noch nicht ergraut  und  meine Gedanken  sind wieder mal auf Reisen in eine  Zeit  vor fast genau einem Jahr.

Vor  mir liegt ein Kleinod, welches ich verpacken möchte. Ein winziges und doch so großes  Geschenk und ich weiß nicht, in welches Papier ich es einhüllen  kann, damit es die Würde erhält, welches es verdient. Keins scheint mir passend  genug für dieses  wertvolle Etwas, das da nur darauf  wartet.  Das eine ist zu farblos, das andere zu schrill und  ein weiteres zu nichtssagend. Zwischen den ganzen Geschenkpapieren entdecke ich nach langem  Suchen ein zartes, brombeerfarbenes  Seidenpapier  auf  dessen  Oberfläche sich kleine bunte  Schmetterlinge  tummeln. Nicht viele, nur gerade  so  viele,  die es  bedarf, um  das zarte Brombeer  sanft zu unterstreichen.

Ganz vorsichtig halte ich das Kleinod in meinen Händen, streichle es achtsam und lege  es  in  die Mitte des Papiers, packe es ein und verziere  es mit einem Satinband. Nun, da ich es verpackt habe, kann ich es in die Schatztruhe legen. Die Schatztruhe birgt bereits viele  solcher Geschenke in seinem großen Leib.  Im Laufe  der Jahre  sind viele große und  kleine Kostbarkeiten in diese Truhe gewandert. Jede davon hat eine ganz besondere Bedeutung. Diese Schatztruhe  ist mein  Leben und  die Geschenke sind die Begegnungen und Erfahrungen in diesem meinen Erdendasein.

Was es nun  mit diesem, in brombeerfarbenen Schmetterlingspapier eingepacktem Geschenk  auf sich hat, mag ich euch nun  erzählen.

Wie ihr bereits wisst, arbeite ich im ambulant  betreuten Wohnen und wir begleiten Menschen mit psychischen und geistigen Beeinträchtigungen in ihrem Alltag. Wir helfen und unterstützen  dort, wo der Bedarf ist, fördern Eigenständigkeiten, sind  Seelentröster, Zuhörer und Mutmacher, wenn es mal  an allem fehlt. Unser  Ziel ist es, uns irgendwann entbehrlich zu machen. Dann  hat der Mensch soviel Selbstständigkeit erreicht, dass er sein Leben selbst in die Hand nehmen kann. 

Soviel als kurze  Einleitung, bevor ich weiter  erzähle.

Es begann 2017, als ich in einer Betreuung, gemeinsam mit meiner Kollegin eingesetzt wurde, eine Frau, nennen wir sie hier mal Hildegard B., zu begleiten.

Auszug aus meinem Eigenanteil, den ich während meiner HEP-Ausbildung  geschrieben habe:


Hildegard  B. 69  Jahre, verwitwet, Mutter von fünf  Kindern und  war  in der alltäglichen Lebensführung  aufgrund einer rezidivierenden  Depressiven Störung  umfassend eingeschränkt. Hildegard  wohnte  in  einer  Seniorenwohnung und erhält durch einen hauseigenen  Pflegedienst  weitere  Hilfe.

Bereits im Oktober klagte Frau B. über häufige Diarrhö. Die Besuche bei der Hausärztin brachten nicht die gewünschte intensivere Ursachensuche und Frau B. äußerte irgendwann den Wunsch, den Arzt zu wechseln. Ein neuer Internist wurde aufgesucht, der sich eingehend mit Frau B`s Beschwerden beschäftigte und so wurde im November 2018 ein Pankreaskarzinom festgestellt, welches inoperabel ist und bereits andere Organe angegriffen hatte. Einige Chemotherapien folgten, welche sie zunächst, den Umständen entsprechend, körperlich relativ gut und psychisch mithilfe häufiger Gespräche mit uns Betreuern verarbeitete.

Der Tod und die Begleitung eines Menschen in den Sterbephasen stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar und benötigt eine größtmögliche Sensibilisierung im respektvollem und angemessenen Umgang miteinander.

Geeignete Fachtheorien sind hier mit Sicherheit der von Carl Rogers (amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut, *1902- +1987) geschaffener klientenzentrierter Ansatz der Gesprächsführung u.a. in der alltäglichen pädagogischen Arbeit mit Klienten. Carl Rogers legte besonderen Wert auf die Begegnung im voll- menschlichen Sinn- d.h. unter Einschluss der emotionalen Ebene, der nonverbalen Äußerungen, des gegenseitigen prinzipiellen Wohlwollens. Carl Rogers verstand seine Prinzipien nicht als Methode, sondern als eine Haltung, die der Berater für sich verinnerlicht. Er formulierte dabei drei wichtige, grundlegende Prinzipien: Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit (Kongruenz), Wertschätzung und Respekt (Akzeptanz) und Einfühlendes Verstehen und dessen Verbalisierung (Empathie)

Mit dieser Grundhaltung in der Begleitung eines sterbenden Menschen hat man eine wichtige und gute Basis geschaffen, um die betreffende Person bestmöglich auf dem letzten Weg zu begleiten.

Auch das gehört zu unseren Aufträgen innerhalb der Betreuung. Sicherlich eins der schwersten Aufgaben, da es uns selbst Grenzen aufzeigt und manches Mal auch hilflos werden lässt. Das Einzige, was wir tun können, ist für den anderen in der Zeit, in der er es benötigt, da zu sein, Verständnis für die Nöte zu haben, zuhören, beruhigen, trösten wenn es nötig ist oder einfach nur eine stumme Umarmung. Einfach Zeit verschenken, die der andere gerade so dringend braucht, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Ein jeder möchte in Frieden mit sich selbst gehen und noch alles regeln, was möglich ist. Dabei können wir alle einen kleinen Beitrag leisten, um den Abschied leichter zu machen.

Das, was ich damit zum Ausdruck bringen möchte, ist nicht einfach zu  beschreiben. Der Abschied von einem Menschen ist immer eins der schwierigsten Dinge im Leben. Ob es nun im engen Familien- oder Freundeskreis passiert oder auch im Arbeitsumfeld spielt dabei nur in der Intensität  eine andere Rolle. Hildegard  und ich haben in der Zeit der Betreuung ein gute , stabile Arbeitsbeziehung aufbauen können, die sich von großem Vertrauen und Herzlichkeit ernährte. Ich mochte sie  gerne und habe mich stets auf die gemeinsamen Termine gefreut. Selbst, als sie zum Schluss in das Hospiz  einzog und  damit aus der ambulanten Betreuung  ausgeschieden ist, habe ich sie noch einige Male im Hospiz besucht. Sie freute sich stets  über meine Besuche  und  wir saßen oft auf der Terrasse des liebevoll gestalteten  Gartens des Hauses und  unterhielten uns. Zu dem Zeitpunkt hat sie bereits Frieden mit sich und dem nahenden  Weggang geschlossen.

In der Woche vor der Ferienfreizeit mit Klienten nach Holland, an der sie noch so gerne teilgenommen hätte, besuchte ich sie noch ein letztes Mal. Sie war zu dem Zeitpunkt immer sehr müde und schlief viel. Anfang September 2019 schlief sie friedlich ein und fand die Ruhe und den Frieden, der ihr zu  Lebzeiten oft nicht vergönnt war. Wir erhielten die Nachricht an unserem letzten Tag der Ferienfreizeit.

Gerade heute habe ich mal wieder an Hildegard B. gedacht und ich bin dankbar, dass ich sie auf diesem letzten Weg noch ein wenig begleiten durfte  und ihr bei manchen Hürden die Hand reichen konnte. Nun packe ich das brombeerfarbene Päckchen wieder ein, binde das Satinband wieder zur Schleife und lege es vorsichtig in die Schatzkiste zurück.

Euch allen wünsche ich einen wunderbaren und sonnigen Sonntag mit vielen Wohlfühl- und Lächeleinheiten in euren ❤ und um euch herum!

6.09.20 Voll ins Schwarze getroffen

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Es  entbehrt sich meiner nicht vorhandenen Logik an  der  Logik, zu verstehen, warum sich die  Hexen ihrer Zielsicherheit so im  Klaren sind, dass jeder Treffer die volle Punktzahl erreicht und ins Schwarze trifft. Voller Wucht und  ohne  Rücksicht auf die Getroffenen. Da hilft es nichts zu jammern, da hilft es nichts  zu zetern. Du versuchst, zu sitzen, liegen, stehen. Gefühlt ist da nichts mehr ohne großes Au und  weh  möglich. Wenn du dann nach  gefühlten Ewigkeiten eine einigermaßen  erträgliche Position  erreicht hast, fragst du dich schon jetzt nach den  Möglichkeiten der nächsten Aufsteh- und  Bewegungsnotwendigkeit.

Es ist schon eine Qual, die Qual mit dem Schuss der Hexe.  Dein Geist ist wach, der Kopf sagt ja,  doch der  Nerv, er streikt  so lautstark, dass einem Angst und  Bange wird  und  man  mucksmäuschenstill in Erstarrung verfällt.  Doch, was soll ich klagen? Es wird schon wieder alles gut werden, heute,  morgen  oder irgendwann! Da heißt es nicht aufgeben, Zähne zusammenbeißen, abwarten, Tee trinken  und  Medis runden das Erträglichkeitsempfinden ab.

Seit einigen Tagen plagt mich schon die böse Hexe  mit ihrem spitzen  Giftpfeil, mal mehr mal  weniger schlimm. Und doch kann ich trotz dessen  glücklich sein, da ich weiß, dass sie irgendwann auch wieder verschwindet, mich in  Ruhe lässt  und  ihres Weges zieht.

Doch was machen  die Menschen, deren körperliche Beeinträchtigung nicht so einfach wegzuwischen  ist und die Hoffnung eher zwischen unmöglich bis sehr  geringe Chancen aufweist, diese  eines Tages in das Pfefferland zu senden? Da heißt es dann, damit leben  zu müssen und das Beste daraus zu machen.

Da gibt es die unterschiedlichsten Formen von Beeinträchtigungen.  Von kaum spürbar bis zu schweren  Auswirkungen  ist alles dabei. Hier gehe ich jetzt  zunächst nur auf die allgemeinen körperlichen Ausprägungen ein. Die psychischen Erkrankungen  sind nochmal ein weiteres großes Thema, welches den Rahmen für diesen Beitrag eindeutig sprengen würde. Oft gibt  es allerdings auch Mischformen, die beide Formen beinhaltet. Der Körper ist nicht voll funktionstüchtig und  die Seele leidet ebenfalls  darunter. Dabei kommt es häufig  vor, dass die Gesellschaft an der leidenden Seele nicht ganz unschuldig ist. Manch einer schaut ganz unverhohlen auf den Menschen mit Beeinträchtigung, blickt  auf ihn, als wäre er ein Sonderling der Gesellschaft, was anzustarren normal ist. In früheren Zeiten, zu Zeiten der mittelalterlichen  Jahrmärkte wurden Menschen mit beeinträchtigten Gliedmaßen zur Schau gestellt und trugen zum Spott und zur Belustigung  des Volkes bei.

Dies ist so schändlich und ich fühle mich für meinen Teil bei diesen Gedanken so fremdbeschämt, da ich doch genauso ein Teil der Gesellschaft bin.

Im  damaligen Nationalsozialismus wurde die Euthanasie (systematische Tötung psychisch kranker und behinderter Menschen, ab  1933- 1945),als normaler Vorgang legitimiert und  massenhaft durchgeführt.  Hier den gesamten Werdegang der Geschichte über den Umgang der  Menschen mit Beeinträchtigung in den Einzelheiten darzustellen, wäre ein zeitliches großes Unterfangen, welches einfach zu lange dauern  würde.  Wer die einzelnen Stationen der Geschichte um  die Behandlung der beeinträchtigten Menschen nachlesen möchte, findet Unmengen  Seiten  im  großen Worldwideweb  Mit der Anmerkung  möchte ich nur  noch  einmal  verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Augen zu öffnen  und  mit Respekt und die Wertschätzung einem  jeden Wesen zu begegnen. 

Bis in die 80er  Jahre waren z.B.  Zwangssterilisationen  kein Märchen aus längst vergangenen Zeiten. Die Partizipation  steckte da noch tief  in  den  Kinderschuhen.

Seit 1994 ist im Grundgesetz festgelegt (Art. 3), dass niemand mehr wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Gesetzlich bedeutet das die Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung. In der Praxis es wohl noch sehr lange dauern dies zu verwirklichen.  Doch der Anfang ist gemacht und  das gibt ein klein wenig Hoffnung.

 Wenn wir nur alle daran arbeiten und die Schranken  in  unserem Gehirn öffnen, besteht die Hoffnung, dass wir Herz  und Verstand einsetzen, wenn  es darum geht, den Menschen  zu akzeptieren, der da  mit uns lebt.

Der da die gleiche Luft atmet; der da  die gleichen Träume hat; der da die gleichen Gefühle  fühlt; der da die gleichen Rechte hat und  eigentlich der da, der bereits mehr Hürden im Leben meistern musste als wir uns alle  jemals zu träumen  wagen.  Es gibt viel zu tun im  Miteinander! Worauf warten wir noch?

Nun, da ich fertig habe *lächel* werde ich meine kleine Hexe mit schmerzstillenden  Tabletten bekämpfen und hoffen, dass sie ganz schnell wieder ins Nirwana  entschwindet.

Euch allen  da draußen wünsche ich einen wunderbaren Sonntag mit vielen  Wohlfühlmomenten  und Wärme im  Herzen.

1.09.20 Liebe lässt sich nicht einfach im Garten verbuddeln

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Herz 2

Seit Menschengedenken ist sie da. Sie, zunächst  als  winzig kleines Fünkchen, ein Hauch  von  Nichts. Dann breitet sie sich langsam aus, durchströmt  unsere  Glieder, arbeitet sich  voran  zur kleinsten Zehenspitze. Macht kehrt und dringt vor  zur  Fingerkuppe. Derweil  breitet  sie sich im  ganzen Körper  immer weiter  aus, bis dass  kein  Nanometer  mehr  frei bleibt. Ist das vollbracht, fängt sie  an, Wärme zu  verbreiten, ein wohliges  Gefühl, dass die Hormone sofort  anfangen  Ringelreihen zu  tanzen und dabei  jubilieren sie in  ihren schönsten  Tönen. Frau Endorphine und Tante  Euphoria  geben  ihr Stelldichein, reichen Herrn Dopamin und  Onkel Serotonin  die Hände. Gemeinsam  tanzen sie den Tango der Gefühle. 

Apropos Gefühle! Ich empfinde so langsam das Gefühl, dass der Hafer anfängt  zu stechen und  ich mich mal wieder vor lauter  Euphorie und Überschwang im Labyrinth der  eigentlichen Geschichte von  heute verliere und  nur noch dummes Zeugs babbel.

Einsicht ist der erste Schritt, denke ich  und  kehre  nun auch  wieder  zurück  zur eigentlichen  Linie meiner heutigen  Gedanken. Ein  letzter Blick  auf das  anfänglich Geschriebene geworfen, lässt mich denken, dass es  sich so oder so ähnlich anfühlen  kann, wenn einen das Gefühl  übermannt. Das ganz  besondere  Gefühl von  Liebe.  Die Liebe ist  einem jeden bekannt und wer sie einmal erlebt hat, ist stets auf der Suche  nach ihr. Fasziniert von der Übermacht sind wir wehrlos  und  schmachten  nach der  großen Liebe, die unser Leben krönt. Leider gibt es auch  viele, die in  unglücklichen  und lieblosen  Partnerschaften verbunden  sind, nicht fähig, sich aus ihnen  zu lösen. Es gibt auch hier hunderttausend  Gründe. Doch, dies alles zu  erörtern, würde den  Rahmen  dessen bei weitem sprengen für das, worauf ich in meinem heutigen Beitrag näher herangehen möchte.

Für uns, die zumeist das Zepter des Lebens selbst  in der Hand  haben, gibt es heutzutage schier  unendliche Möglichkeiten, einen  Partner zu  finden.  Ob  es jeweils der richtige Weg ist und  ob sich wirklich  ein passendes Pendant unseres Herzen  finden  lässt, ist nicht zu sagen.  Genauso  haben  wir auch die Möglichkeit, es sein zu lassen, wenn man sich selbst genug ist, für einen Lebensmoment, eine Zeitlang oder auch ein ganzes Leben. Das nennt  man  Selbstbestimmung und ist eine Sache  des  Menschseins, welches im Grundgesetz (Art. 2 Abs. 1 GG) verankert ist.

Doch, wenn wir unsere  Mitmenschen  betrachten, gibt es eine Vielzahl, die  aufgrund  ihrer Beeinträchtigung, gleich welcher Art,  gar nicht erst die Möglichkeit haben, einen geeigneten Partner zu finden. Manche, die kognitiv dazu  in der Lage sind, sich auf die Suche zu begeben, machen oft schlechte Erfahrungen, werden finanziell ausgenutzt, wenn sie sich auf dubiosen Internet- Herzvermittlungs- Seiten  einlassen.  Manch einer, dessen Alltagsbewegungsradius sich nur auf die WfbM (Werkstatt  für beeinträchtigte Menschen)  und ihrer Wohnstätte mitsamt den  Betreuern und Mitbewohnern  beschränkt, hat es nicht gerade einfach, sich  auf die Suche zu begeben  und auch fündig zu werden.  Ach, es gibt tausend Gründe dafür, warum  das Scheitern  der Suche  ein ewiger Kreislauf ist. Dabei fühlen diese Menschen  genau wie wir, haben die gleichen Träume wie wir, leben das gleiche Leben auf dieser Welt und sie haben ein solches Recht darauf, auch glücklich zu werden.  Gerade sie, die oft vom Schicksal ein hartes Los auferlegt bekommen.

Dies macht mich in manchen  Momenten unendlich traurig. Weiß ich doch, mit meiner großen  Liebe in Form meines Mannes an meiner Seite, wie glücklich und zufrieden das Leben sein kann. Das Leben hat noch  genügend andere Hürden, die es  zu stemmen  bedarf, die Liebe sollte jeder erfahren. Ich  wünsche dieses Glück auch wirklich jedem  auf dieser Welt. Doch  ich  kann  als klitzekleines Lebenslicht nicht die  ganze Welt retten.

Doch  ich wäre nicht ich, wenn ich in meinem  winzigen Lebensradius im Kleinen wirke und  versuche, ein paar  dieser  Liebeshürden  zur Seite zu rücken, damit der Blick die Sicht  nach vorne  ungetrübt  gelingen kann. Die Hoffnung  stirbt zuletzt. Doch wer die Hoffnung aufgibt, hat bereits verloren.  Meine Hoffnung auf ein paar Happy-endings   ist schier unerschöpflich.

Mein Sohn Sascha, der sein Leben, wie schon  häufiger in meinen Erzählungen erwähnt, ebenfalls mit Handicap bestreitet, ist ein junger Mittdreißiger und  ein wahrer Charmeur vor dem Herrn. Sämtliche Damen werden bei ihm um mindestens  10  Jahre jünger geschätzt  (das gefällt den  Frauen  ganz besonders!), werden von ihm mit Kaffee bewirtet und auf gedanklichen Händen getragen und hofiert, dass es eine Freude ist.  Tief in seiner Seele, auch in seinem Verhalten ist er dennoch ein Mensch der  zutiefst sensibel und mitfühlend ist. Gerade solche Menschen  sind willkommenes  „Futter“ für einige, nicht so nette Mitmenschen. Doch dies nur  am Rande. Sascha ist schon seit vielen Jahren auf  der Suche nach einem Mädel an seiner Seite. Eine, die zu ihm gehört und die er auf Händen tragen kann. Halt auf der Suche nach seiner großen Liebe, von der er so viel zu geben hat.

Ich gestalte  bereits seit einigen Jahren  im Rahmen meines  Jobs eine Samstagsgruppe für unsere Klienten. Das Treffen ist jeweils 14-tägig, dauert je nach Thema  ca 2- 2,5 Stunden  und findet in  den  unseren Büroräumen statt. Die Themen werden  auf die lebenspraktischen Dinge im Alltag ausgewählt, die sich  unsere Klienten wünschen. Neben gesunder Ernährung, Musizieren, Hobbys, Haushaltskniffe, Stress/Entspannungsmöglichkeiten  sind viele weitere Themen bereits behandelt worden und  erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit  und Wiederholungsbedarf.

Um zum Thema zurückzukommen…

Mein Sohn kam vor einigen Monaten  mit der Frage, ob wir nicht eine Singlebörse, eine Partnersuche  als Thema  in der Samstagsgruppe behandeln können. Das Thema wurde in der Gruppe vorgestellt  und fand bei allen großes Interesse. Einige von ihnen haben sich bereits selbstständig auf die Suche gemacht und sind im Internet meist auf werbeintensiven Seiten mit verdeckten Kostenfallen gestoßen. Also startete  ich meine Vorbereitung des „Workshops“.

Mein Ansatz war es nun, dem Thema einen strukturierten und aufklärenden Rahmen zu geben, bevor wir das eigentliche Thema der passenden Partnersuche beginnen.

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Ich habe Internetrecherchen betrieben, habe mich auf den unterschiedlichsten Singleportalen eingelesen und habe die Informationen zusammengetragen. Im Internet habe ich ebenso auch seriöse Ratgeber für die Partnersuche von Menschen mit Handicap besucht und relevante Informationen auch hier zusammengestellt.

Daraufhin konnte das Thema mit dem Informationsmaterial in leichter Sprache und jeweiligen Kopien, welche an die Teilnehmer für ihre Mappen ausgeteilt wurde, zu einem Gruppentreffen behandelt werden.

Begonnen habe ich mit einem Vortrag über die Bedürfnisse eines jeden Menschen (angelehnt an der Bedürfnispyramide nach Maslow)

Nach der Gesprächseinleitung habe ich die Teilnehmer befragt, ob sie bereits Erfahrung mit der Partnersuche haben. Die meisten von ihnen suchen schon seit langer Zeit oft vergeblich und resignieren zunehmend. Erfahrungen mit Partnerbörsen im Internet haben ebenfalls einige mit oft negativem Ausgang gemacht (versteckte Kosten etc.)

Der nächste Aufklärungspunkt war das Thema „Risiken durch Online- Single-Portale“ und woran man seriöse Single- Portale erkennt (Infomaterial ebenso als Broschüre in leichter Sprache).

Nachdem die Risiken besprochen wurden, folgten die Überlegungen nach den Möglichkeiten. Während dem Gesprächsaustausch bildete sich dann die Idee, selbst eine Art Partnerbörse ins Leben zu rufen. Ideen hierzu wurden zusammengeführt. Um den Wirkungskreis zu vergrößern und damit auch das Gelingen zu steigern, wurde besprochen, inwieweit man durch Plakat- Aushang am schwarzen Brett der WfbM (Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung) und anderen Werkstätten im nahen Umkreis in Gang bringen kann um möglichst großen Zulauf des Single- Spiele- Abend zu erhalten.

Zunächst wurden aus den Gruppenteilnehmern jeweils ein Mitarbeiter aus der WfbM sowie ein Mitarbeiter der anderen Werkstatt damit beauftragt, bis zum nächsten Gruppentreffen den pädagogischen Dienst der jeweiligen Werkstätten zu befragen, ob die Erlaubnis eines Plakats bzw. Verteilung von Flyern innerhalb der Werkstätten möglich sei.

Die Idee mit dem Single- Spieleabend wurde vom sozialen Dienst sehr begrüßt und man bat mich, zunächst einen Flyer zu erstellen, damit man diesen dem Betriebsstätten Leiter zur Genehmigung vorlegen kann (in der Regel werden Werbung und Aushänge nicht gern gesehen). Den Flyer habe ich dann in Berücksichtigung der Anschaulichkeit für Menschen mit weniger oder mehr Beeinträchtigung erstellt, damit auch MmB, die nicht lesen können, erkennen, um welche Veranstaltung es sich handelt. Dieser wurde dann an den pädagogischen Dienst der Werkstätten weitergeleitet zur Vorlage an die Leitung.

 Die Erlaubnis wurde erteilt und das Plakat hängt in den Werkstätten aus. Die Flyer wurden in der Auflage von 5000 Stck gedruckt und die ersten Anmeldungen fanden schnell einen Platz auf der Liste. Bei gutem Verlauf sollten  die  regelmäßigen Treffen einen  festen Platz in den Freizeitaktionen erhalten. Die Teilnehmer der „Bewusst- Leben“ Gruppe haben mit mir gemeinsam den Ablauf  und die Vorbereitungen dieser Treffen gestaltet. Einige dieser Treffen haben bereits stattgefunden. Der Anfang ist schon recht mühsam. Meist waren es zunächst Männer und viel zu wenig Frauen, die sich angemeldet haben.  Doch wenn wir daran arbeiten und  immer genügend  Mundpropaganda betreiben, wird der Männerüberschuss bald ausgeglichen sein. Dazwischengekommen ist und nun nur die Sache mit dem COVID19. Die Treffen liegen derzeit immer noch auf der Wartebank und warten  darauf, dass sich  bald wieder die Möglichkeit weiterer Treffen und ein mitlaufender Erfolg  ergibt.

Ich werde dranbleiben und die Hoffnung, die ich in  mir trage, wird nicht aufhören, daran  zu glauben, dass die Zeit  kommt, dass sich einige Herzen finden  werden, die im Gleichklang  den  Tango der Liebe  tanzen.

Einen wunderbaren und liebevollen Tag ❤ wünsche ich  euch allen!