21.01.24 Der Apfel fällt nicht weit von der Inspiration

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Nachdem ich die Schätze aus den Kindermundknallern aus den Kleinkinderlogikjahren wie einen Augapfel gehütet, notiert und zum Besten gegeben habe, diese Sprüche auch zum niederknien lustig waren, bahnt sich nun der nächste Schritt meines Enkelschatzes an.

Er schreibt mir Briefe.

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Manchmal lange Briefe mit gemalten Notizen, manchmal kurze und auch schon mal ganz kurze. Von allem ist da alles enthalten. Oft möchte er auch ein Feedback von mir erhalten, wie ich es denn gefunden habe, wie gut er sich denn ausgedrückt habe.

Zunächst habe ich mich gewundert und irgendwann nachgefragt, was dahintersteckt, dass er mir nun schreibt. Natürlich erst nachdem ich mich gebührend darüber gefreut und ihn mit Lob überschüttet habe. Das hat er sich auch wahrlich verdient! Stellenweise erkenne ich auch eine ähnliche Schreibweise, so wie ich mich schonmal auszudrücken vermag. Da lacht das Omaherz und auch mein Mund.

Angefangen hat das Ganze etwa Mitte November vergangenen Jahres und zieht bis zum heutigen Tag immer mal wieder seine Kreise.

Opa, der fleißige und fast tägliche Nachhilfelehrer von Leon, ist für meinen Enkel ein ganz wichtiger Bestandteil seines jungen Lebensdaseins. Noch viel wichtiger als ich. Im Laufe der Jahre ist er ein richtiges „Opakind“ geworden. Opa ist für ihn der Fels in der Brandung, nicht immer leicht zu händeln oder gar um den Finger zu wickeln ist, wenn es um die fristgerechten Erledigungen des Lernmaterials und Hausaufgaben oder gar das Üben vor anstehenden Klassenarbeiten geht. Da ist Opa recht unnachgiebig, was für einen pubertierenden Jugendlichen ganz schön hart sein kann. Besonders, wenn es draußen vor der Haustür und mit Freunden soviel zu erleben gibt.

Gerade wurde auf einer verlassenen Wiese auf dem ein kleiner, winzigkleiner Hügel wohnt, mit einem Freund ein Schuppen gebaut, als Versteck und Rückzugsort. Wenn Leon von dort kommt, sieht er schlimmer aus, als wenn kleine Ferkelkinder im Schlamm gesuhlt haben. Dann heißt es, die Schuhe vor der Wohnungstür auszuziehen und schnurstracks ins Bad und unter die Dusche, damit man den Jungen wieder erkennen kann.

Wenn nicht gerade der „Hausbau“ ansteht, dann geht er mit Freunden auf die Pirsch um Pokemon Go zu suchen und einzufangen oder aber sie fahren in die nächstgelegene Stadt, was auch immer dort interessant sein mag. Einmal in der Woche geht er zum Kickboxen. Hoffen wir mal, dass er diesem Sport jetzt treu bleibt. In der Vergangenheit sind schon einige probiert und doch wieder am Wegesrand liegengeblieben. Selbst das Klavierspiel, zu welchem er wirklich Talent bewiesen hat, liegt derzeit darnieder, was mich ein wenig traurig macht. Aber das ist mein eigenes Problem, nicht seines. Wer weiß, vielleicht ist die Zeit des Musizieren für ihn noch nicht gekommen. Oder seine Wege sind andere. Die Zukunft wird es zeigen und das ist auch richtig und gut so.

Wenn er dann mal keine Verabredung hat, seine Schulaufgaben bereits gemacht hat, oder er mal ein Pause braucht, dann kann er auch stundenlang mit wachsender Begeisterung komische YT- Videos schauen, die das Bauen in dem Spiel Fortnight präsentieren… Wer diese Videos mal gesehen hat, der wird vielleicht verstehen können, dass sich mir schon alleine beim Hören dieser Moderatoren Allergien entwickeln, die ich noch nicht gekannt habe, geschweige denn für möglich halten könnte. Diese hektischen Stimmen lassen meine sonst so lockeren Nervenverbindungen bis an den Anschlag gespannt sein, wie ein Bogen vom Schützen die Sehne bis zum äußersten spannt.

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Eigentlich und uneigentlich wollte ich ja ein wenig mehr über die tollen Briefe schreiben, die mir Leon in den letzten Wochen geschrieben und mir für morgens mein fast erstes Lächeln vom Tag entlockt hat. Das allererste schmeiße ich mir vorm Spiegel entgegen. Zumindest ist das stets der Plan. Damit möchte ich mich positiv auf den Tag vorbereiten.

Nun denn! Ich lasse es für heute mit meinem Geschreibsel auch erstmal gut sein. So langsam entwickele ich mich zu einer Mehrfachfortsetzungsschreiberin bemerke ich so nebenbei. Ist ja auch nicht das schlechteste. So habe ich für morgen oder übermorgen gleich wieder ein Thema, welches ich nicht erst suchen oder aussuchen muss -*lächel*-

Einen wundervollen Tag wünsche ich euch allen!

2 Antworten zu „21.01.24 Der Apfel fällt nicht weit von der Inspiration“

  1. Avatar von Clara Himmelhoch

    Hallo Heike, ich habe so einige Ähnlichkeiten mit meinem Sohn entdeckt, der hat auch -zig verschiedene Sachen ausprobiert – das Klavier hat er ausgelassen, da wir keins hatten. Aber den Sport hat er von A – Z ausprobiert.
    Wenn ein Kind für die Schule ein wenig Unterstützung braucht, dann ist es ein Segen, wenn SOOOOOOOOOOOOO ein Opa vorhanden ist.
    Das war bei unseren Kindern nicht nötig. Wenn ich den Sohn mit den Leistungen der Tochter verglich, wollte ich ihn u.a. in Russisch doch ein wenig zum Lernen anhalten, doch er meinte (richtig), besser als 1 könne er doch nicht stehen – KONNTE aber fast nichts. Er meinte: „Ich kann im Gegensatz zu den anderen wenigstens die Buchstaben lesen und das Alphabet, deswegen bin ich dort der König“ – Ich musste fluchtartig das Zimmer verlassen, damit er nicht mein Lachen sieht.
    Hier regnet und stürmt es wie dolle und verrückt – bloß gut, dass meine Fenster dicht sind.
    Lustige Morgengrüße von Clara

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  2. Avatar von Rosa

    Das ist doch großartig, liebe Heike, dass dein Enkel dir Briefe schreibt. Da hat er wohl wirklich etwas von dir geerbt. 😉 Hoffentlich behält er die Lust zum Schreiben bei. Man weiß ja nie …
    Meine Enkeltochter hatte auch so eine Phase, da dachte sie sich gern Geschichten aus, und ich habe für sie sogar eine Seite „Julias Geschichten“ auf meiner Homepage eingerichtet. Sie war damals elf, jetzt ist sie bald 16, und leider schreibt sie nicht mehr. Vielleicht bekommt sie irgendwann doch noch das Bedürfnis dazu? Ich hoffe es. Im Moment kämpft sie mit ihren gesundheitlichen Problemen.
    Ich wünsche dir und Leon noch viel Freude mit dem Briefwechsel.
    Liebe Grüße
    Rosa

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