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Einen Tag lang mal in hinterlassenen Spuren laufen, das hätte ich mir früher so manches Mal gewünscht. Meine Welt wäre eine andere gewesen, denke ich. Jedoch würde ich so einiges vermissen in meiner, an manchen Stellen liebevoll geflickten Welt. Heute gehe ich hin, lasse den Wunsch Gedanke bleiben und genieße meine eigenen hinterlassenen Spuren.
Manch andere Entscheidung hätte die Richtung geändert, doch dann hätte ich auch die liebevoll angepflanzten Blumen nicht gesehen, die meinen gegangenen Weg säumten. Jede Blume, jede Pflanze steht für eine Begegnung im Leben, jeder Stein beim Blick nach hinten für eine Erfahrung oder Hürde, die es zu bewältigen galt. So manchen Stein habe ich bunt angemalt um ihn aus der Masse hervorzuheben und als Meilenstein zu kennzeichnen. Erfahrungen sind das Mauerwerk unserer Basis. Innewohnend ist unsere zerbrechliche Seele, welche es zu schützen gilt. Wir selbst können die Architekten unserer Basis sein, wenn uns das richtige Handwerkszeug mit auf den Weg gegeben wird. Je kompakter wir ausgestattet werden, desto sicherer stehen wir fortan mit beiden Beinen im Leben.
Sicherheit ist eins er wichtigsten Bedürfnisse im Leben. Das Urvertrauen wird dem Menschenkind bereits in den ersten Lebensmonaten vermittelt. Mit einer liebevollen Fürsorge der Eltern schafft es das Kind, Vertrauen zu entwickeln. Vertrauen gegenüber den Eltern und nicht zuletzt in sich selbst. Wird dieses Bedürfnis nicht gestillt, entwickeln sich Bindungsstörungen, welche sich im Verlauf des Lebens in die unterschiedlichsten Richtungen entladen können und die Statik des Lebensmauerwerks droht bei der kleinsten Erschütterung einzustürzen.
Wer meine Erzählungen verfolgt hat, wird wissen, dass ich selbst nicht immer die besten Voraussetzungen für eine gelungene Statik auf meinem Weg besaß. Was ich allerdings stets in meinem Gepäck dabei hatte, war genügend Flickzeug für die kleinen und größeren Risse. Das Vertrauen in die Zukunft habe ich dabei seitdem ebenfalls immer im Blick. Ein kleines Päckchen für die Flickereien anderer Mauerwerke trage ich ebenfalls in meinem Gepäck, sodass ich auch anderen aushelfen kann, wenn sie mal ihr Reparaturset zu Hause auf dem Küchentisch vergessen haben.
Mit positivem Blick schaue ich in die Vergangenheit und betrachte die bunten Meilensteine meines Weges und stelle fest, dass ich mein Leben mag, so wie es ist und schaue voller Zuversicht nach vorne auf das, was mich noch erwartet. Ich mache das Beste daraus, soviel ist klar!
Ich möchte nicht mit der Aussage: „Ich mag mein Leben!“ warten, nur, weil es zu früh wäre. Irgendwann wird es dann dafür zu spät sein. Deshalb sage ich jetzt mit einem Lächeln auf den Lippen: „Ich mag mein Leben!“