
Da bin ich, herrlich unperfekt!
Da bin ich, manchmal gedankenverloren und bauchgesteuert.
Stur, wenn mein Verstand mir manchmal zuflüstert: „tu das bloß nicht!“ obwohl ich schon, bevor ich agiere, weiß, das geht nicht gut… ist’s schon passiert und ich bin nicht mehr aufzuhalten. Dabei kommt mir im Nachhinein häufig zugute, dass ich am liebsten über mich selber lachen kann. Die schönste Seite des Humors, die ich mir vorstellen kann.
Da bin ich, lösungssuchend und handelnd.
Zielführend und strukturiert, wenn es um meine Wochenarbeitspläne geht. Diese Excel- Organisation habe ich mir individuell auf mich zugeschnitten, bereits ganz zu Beginn, als ich anfing, in der Betreuung zu arbeiten. Wir können zum großen Teil unsere Termine nach Absprache mit den Klienten selbst organisieren, sofern wir die wöchentlichen Fachleistungsstunden einhalten und zielorientiert arbeiten. Ohne diese Wochenpläne wäre ich glatt aufgeschmissen und halte sie seit meinem Einstieg kontinuierlich auf dem aktuellen Stand und drucke mir Wochenpläne stets aus. Ein Farbschema, gestaltet nach Art des Termins (Arzttermin mit Klienten, eigene Bezugsklienten, Urlaubs- Krankheitsvertretungen, begleitete Freizeitaktionen usw.) helfen mir zum besseren Überblick. Meine Organisation/Strukturierung hat zu meinem Ruf beigetragen, absolut flexibel und gut einsetzbar zu sein. Selbst bei kurzfristigen Anfragen, ob ich eine Vertretung übernehmen kann, bin ich schnell im Bilde und kann einspringen.
Da bin ich, mit 100.000 kreativen Ideen im Kopf, die die voller Ungeduld alle gleichzeitig umsetzen möchte.
Kreativität hat sich bei mir eingeschlichen, fest in meinem Hirn verankert, einen Blutschwur mit meinem Bauch und dem Herzen geschlossen. Da wache ich auch schon mal des Nachts auf und mir schießt eine Idee in den Kopf. Danach wieder einzuschlafen, ist ungemein schwer bis unmöglich. Im Wohnzimmer, welches mir gleichzeitig als „Kreativraum“ herhalten muss, platzen die Schränke voller Kreativmaterialien (Stoffe und Nähmaschine, Stickmaterial, Perlen, Bastel, Sensorikmaterialien zur Endverarbeitung, Wolle und noch so vieles mehr) In meinem Wohnzimmer muss demnächst auch noch das Sofa weichen und einem Schrank Platz machen, weil mehr Stauraum für alles benötigt wird. Das Sofa steht eigentlich nur „zur Zierde“ da und wird schon lange nicht mehr benutzt. Wenn ich mal Zeit und Muße zum Fernsehschauen habe gibt es noch genügend Sitzplätze, die nutzbar sind. Mein Herzblatt von Mann passt dann nur auf, dass ich mich nicht auch noch auf die anderen Räume mit meiner Kreativsucht ausweite und setzt mir wohlgemeinte Grenzen. Das ist auch gut so, glaube ich… Der Flur mit seinen Kommoden ist mir dann dennoch „zum Opfer“ gefallen und ich habe einige Schubläden erobert. Ich könnte es wohl nicht ertragen, eine Idee, wenn sie mir in den Kopf schießt, nicht gleich umsetzen zu können. Ob das wohl die Ursache des netten Übels ist?
Da bin ich, die singt
Ich singe nun bereits schon seit vielen Jahren. Naja, zu Beginn konnte man es ganz sicher kein singen nennen. Das Katzengejammer war wohl noch erträglicher, als die ersten Versuche, meiner Stimme einen Wohlklang zu verleihen. „Gottseisheutenochgedankt“ habe ich mich selbst ganz anders wahrgenommen. Nur deshalb habe ich in den ersten Jahren fast jeden Tag geübt und bin dabei geblieben. Mein Mann hatte damals schon ein kleines Tonstudio eingerichtet, in dem er selbst oder mit Freunden musizierte. Heutzutage interessiert er sich mehr für die Tontechnik und ich bin froh, dass er meine eingesungenen Songs mastert. Wenn ich die Zeit finde, setze ich mich ans Mischpult und probe Songs, die mir gefallen. Hier kann ich total abschalten, den Arbeitsalltag und die Gedanken daran ausschalten. Hier fahre ich runter, kann meinen Gefühlen noch einmal ein ganz anderes Ventil bieten. Herrlich entspannend und es füllt meinen Krafttank, den ich benötige, um mich auf das Abenteuer Leben einzulassen.
Da bin ich, die noch am Leben ist
Am kommenden Mittwoch, am 1.11., feiere ich bereits zum 11. Mal einen zweiten Geburtstag. 2012 bin ich dem Tode nochmal gerade von der Schippe gesprungen. Da hat sich nach einer OP eine hochgradige Blutvergiftung entwickelt und wurde erst im allerletzten Moment erkannt. Beim hinübergleiten wurde ich dann im letzten Moment gestoppt und durch eine Not- Op gerettet. Minuten später wäre es zu spät gewesen, hörte ich dann im Nachhinein von den Ärzten. Seit diesem einprägenden Erlebnis habe ich dem Leben gegenüber nochmal eine ganz andere Wertschätzung gegenüber. Ich lebe bewusster im „hier und jetzt“.
Da bin ich, die schreibt
Tja, wie man liest und sieht, praktiziere ich es gerade jetzt in diesem Moment *lächel*. Es hat mir echt gefehlt, merke ich gerade wieder und bin froh, hier in WP nicht ganz in Vergessenheit geraten zu sein, trotz langer Schreibpause. Ein großes Dankeschön dafür! Ich weiß es wirklich zu schätzen. Wenn die meine Muse mitspielt, werde ich wieder öfter von mir lesen und hören lassen, euch in euren Beiträgen verfolgen und an eurem „Schreibleben-lesen-lassen“ teilhaben.
Da bin ich, die irgendwie ihr Leben mag, so herrlich umperfekt es auch sein mag. Mit allen Ecken und Kanten, die rundgeschliffen werden wollen, um sich nicht daran zu stoßen.
…. ich könnte noch viele von mir auflisten und beschreiben. Aber nun ist’s auch mal wieder gut für heute!
Einen Sonntag, so wie er im Bilderbuch der Wünsche stehen mag… genauso einen wünsche ich euch!

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