
Eine kleine Einleitung vorab und vornedran
Ich bin wieder da…
Heute jedoch möchte ich mit einem Beitrag beginnen, in dem ich nicht selbst die Schreiberin bin.
Eine ganz liebe und mir wertvolle Weggefährtin meines Lebens mit großem Talent, hat mir einen wundervollen Text zur Verfügung gestellt, den ich euch mit ihrer Einwilligung unbedingt zeigen möchte. Meine Muse kommt aus dem Beifallklatschen garnicht mehr hinaus. Großartiges Talent, großartiger Text und großartige Person, mit einer liebevollen Bescheidenheit, vor der man sich verneigen möchte…
Es ist mir nun eine ganz besondere Ehre, den ihren Text hier präsentieren zu dürfen. Bitte helft mir mit euren Kommentaren und Likes, die kleine Eule davon zu überzeugen (ganz klar wie ihr sicherlich erkennt, ein Pseudonym, da sie selbst nicht in Erscheinung treten möchte), dass „kleine Eule“ sich vielleicht doch befähigt, irgendwann einen eigenen Blog erstellt, um ihre Texte vorzustellen. Bis dahin fühle ich mich geehrt, ihr einen Platz für ihre Beiträge auf dem meinem Blog zu widmen. Sei bitte jederzeit willkommen liebe „kleine Eule“!
Doch nun geht`s los…
„Das Mädchen am Rand“

Hi. Meine Stimme ist leise und wird oft überhört.
Kennt ihr mich noch?
Ich bin es, das Mädchen am Rand.
Ihr habt mich nicht vergessen. Oder vielleicht doch, aber nur für einen Augenblick.
Ein paar Stunden, ein paar Tage. Vielleicht habt ihr eine ganze Woche lang nicht mehr an mich gedacht. Ich verstehe das, ich bin das Mädchen am Rand.
Ich habe an euch gedacht. Wie immer, aus der Ferne. Vom Rand. Dort wo ich immer stehe oder sitze. Und ich dachte, ich sage mal Hallo. Vielleicht auch ein bisschen mehr. Heute mal mehr.
Ich habe sonst nie viel zu erzählen, denn ich bin das Mädchen am Rand. Ich bin einfach nur hier und höre zu, schaue zu. Aber heute wollte ich ein bisschen was sagen, für den Fall, dass ich irgendwann vom Rand falle.
Ihr habt mich nicht hierhin geschoben. Ich bin hier hin gegangen. Oder wart ihr es doch? Ganz egal. Ich bin nicht böse. Nur traurig. Ich bin nicht böse, weil es hier am Rand sicher ist.
Es tut hier nicht so weh, wie beiseite geschoben zu werden. Und ein Schubs mehr bedeutet, dass ich vom Rand falle. Der größte Schmerz von allen aber danach kommt keiner mehr, weil ich dann nicht länger am Rand stehe, sondern fort bin. Dann bin ich dort, wo ich nicht das Mädchen am Rand bin.
Ich bin traurig, weil es so schön aussieht, da wo ihr steht. Und es sieht so schön aus, wie ihr euer Licht auf Dinge werft. Ich beobachte vom Weiten. Ich sehe euch zu. Ich höre euch zu. Höre euer Lachen, eure Wut, euren regen Austausch… Und ich wünschte ich könnte mitreden, mit lachen, mit wüten… Aber ich bin das Mädchem am Rand und ich spreche leise. Ich werde oft überhört.
Sprich doch lauter! Sagt ihr. Sprich doch mehr! klagt ihr. Aber das kann ich nicht. Ihr hört mich weder wenn ich flüster noch wenn ich schrei. Wenn ich weine oder wenn ich wüte. Denn ich bin das Mädchen am Rand. Und ich bin schon so lange hier, dass es mir leichter fällt, mit mir selbst zu reden.
Ich bin das Mädchen am Rand, weil in der Mitte kein Platz mehr für mich war. Manchmal, wenn ich krank war, war ich dort… Aber jetzt bin ich immer krank und es wurde normal. Langweilig? Vielleicht einfach zu viel. Ihr habt euch das nicht ausgesucht. Ich auch nicht. Nun bin ich das Mädchen am Rand und kümmere mich um mich selbst so gut ich kann.
Ich will nicht in eure Mitte eindringen und um Hilfe bitten. Aus Angst, dass ihr mich nicht hört. Aus Angst, dass ihr mich stoßt. Aus Angst, dass ihr nicht wisst wie. Also stehe ich am Rand und sage euch, sage mir, dass es okay ist. Das es mir gut geht. Dass ich es alleine schaffe. Denn das muss ich, ich stehe hier alleine am Rand.
Es tut gut, wenn ihr mich seht. Wenn euer Licht auf mich fällt. Wenn ihr mich in eure Mitte einladet. Aber auch wenn ich zu euch komme, bleibe ich das Mädchen am Rand. Das ist der Ort, an den ich zurückkehre, denn ich bin das Mädchen am Rand.
Ich wütete. Ich weinte. Ich schrie. Ich schmeichelte. Ich schwieg, ich lachte, ich schrieb. Ich tat all das in der Hoffnung, ihr würdet mich sehen, hören, verstehen. Aber ich bin das Mädchen am Rand. Vielleicht war ich nicht hell genug. Vielleicht war ich nicht laut genug. Vielleicht war ich nicht deutlich genug. Denn ich bin das Mädchen am Rand und ich werde oft überhört… Und mit der Zeit fiel mir das Rufen schwer. Jetzt bin ich das Mädchen am Rand.
Nun gibt es nichts, was ihr dagegen tun könnt. Ich bin das Mädchen am Rand. Ihr könnt mich einladen, aber ich traue mich nicht. Nicht weil ich böse bin, sondern weil ich Angst habe. Ihr könnt mir versprechen, dass ihr genauer hinhört, aber ich glaube euch nicht. Nicht, weil ich böse bin, sondern Angst habe. Ihr könnt klagen und wüten und trauern, weil es euch verletzt, weil ihr mich nie am Rand gesehen habt. Weil ihr mich dort nie sehen wolltet. Doch ich bleibe das Mädchen am Rand.
Ihr habt euer Licht auf andere Menschen geworfen, auf Peiniger, Tiere und sogar Monster. Ich bin nicht böse deswegen. Ich verstehe, dass euer Licht nicht immer auf mir ruhen kann. Das verlange ich nicht und verlangte es auch nie.
Blumen verdorren ohne Licht. Vielleicht ist es eine Blume, die im Innern eines jeden Mädchens, eines jeden Menschen blüht. Aber wenn sie verdorrt, wird das Mädchen zum Mädchen am Rand. Vielleicht hätte ich mehr Licht zum blühen gebraucht… Ich bin das Mädchen am Rand.
Nur ein kleiner Schubs… Nur noch ein kleiner Schubs und ich falle vom Rand. Ich sage das nicht, um euch zu ängstigen, ich sage das nicht, weil ich böse bin. Ich sage es nicht, weil ich euer Licht unendlich auf mir wissen will oder dass ihr euer Licht keinem anderen schenkt. Ich sage euch das aus Liebe und aus Schmerz. Ich sage es, damit ihr wisst, dass wenn ich falle, ich nicht mehr das Mädchen am Rand bin. Dann bin ich nicht einmal mehr euer Mädchen…
Noch bin ich das Mädchen am Rand. Ich bin leise und werde oft überhört. Meine Botschaften sind zaghaft und unklar, ich kann nicht mehr schreien und ich habe Angst zu fallen. Wenn ihr an den Rand blickt und mich nicht mehr seht, wurde ich gestoßen. Ein allerletztes Mal. Und wenn ihr mich dann noch finden wollt, müsst ihr dort suchen, wo ich nicht das Mädchen am Rand bin.
Noch bin ich das Mädchen am Rand. Ich bin verletzt und krank und leise und sehne mich nach ein wenig Licht. Ich bin nicht böse. Nur traurig und vielleicht ein wenig einsam… Ich bin das Mädchen am Rand.


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