
Bis zum Ende des vergangenen Jahres habe ich ja noch mit ein paar früheren Erfahrungen und meinem Optimismus an ein halbwegs gelingendes und bestehendes Gesundheitssystem in unserem Land geglaubt. Gehofft, dass alles richtig läuft und man sich unbesorgt mit den Lasten und Päckchen der Gesundheit vertrauensvoll in die Hände einer Gesundheitseinrichtung begeben darf. Sorge hat mir einzig und allein der stetig ansteigende Pflegenotstand gemacht.
Nun aber, nach meiner begleitenden Odyssee meines Mannes seit November 24 (ständig stationär seit Anfang Februar 25)habe ich nun mittlerweile nur noch Panik, wenn es um medizinische Versorgung in welcher Form auch immer geht. Zeitweise, immer wieder und auch wochenlang als Begleitperson in den Kliniken aufgenommen, habe ich Zustände und Handlungsweisen erlebt, die niemand erleben möchte.
Mein Mann hat sich aus Unachtsamkeit einer Nachtschwester beim Sturz aus dem Bett zusätzlich zu allem anderen einen Beckenbruch zugezogen, der operiert werden musste. Die Untersuchung mit der Diagnose fand erst viele Stunden nach dem Vorfall statt.
Selbst in der Kurzzeitpflege lief alles verkehrt. Sei es einfach mal so lapidar eine Fehlmedikation… ich habe es so gerade noch abwehren können, da ich just bei der Medikamentenvergabe anwesend war. Statt seiner regulären Medikamente (1x Metformin und 1x Pantropazol) erhielt er plötzlich ein Becherchen mit 7 Tabletten. Weiß der Herrgott, was das mit ihm gemacht hätte.
Bis zum äußersten kann es kommen, wenn falsche Medikamente verabreicht werden. Da mein Mann derzeit immer noch im Delier (posttraumatischer Zustand, der schon mal durch Narkose entstehen kann) hängt, hätte er gar nicht unterscheiden können, ob diese Medis wirklich für ihn bestimmt waren.
Dann die Verzögerung der Reha, meines Erachtens bewusst in Kauf genommen, um auch noch die letzten beiden Tage für die Bewilligung der Kurzzeitpflege abrechnen zu können ( diese liefen da bereits über den Eigenanteil und belaufen sich auf knapp 500 Euro für diese zwei Tage), hat man mich nicht informiert, dass die Reha sich gemeldet hat, da ein Platz früher frei wurde obwohl ich an dem Tag von nachmittags bis abends im Haus bei meinem Mann war.
Des Weiteren wurde die offene Stelle des Dekubitus mit normalen Desinfektionsmitteln vor Spritzeninjektion (auf die heile Haut gesprüht) ausgespült und man sagte zu meinem Mann, man müsse ja die Wunde ausspülen und er solle ruhig halten.
Viel zu kleines Pflastermaterial, welches sich beim nächsten Toilettengang gleich wieder löste und die qualvolle Tortur oft wiederholt wurde. Meine Bitte nach einer professionellen Wundmanagementkraft wurde damit beantwortet, alle hier seien darauf ausgebildet. Nach diesem miterlebten Vorfall habe ich auf Wunsch meines Mannes die Wunde selbst versorgt.
——- ich bitte nun noch alle eure Schutzengelchen inständig darum, euch mit soviel Gesundheit zu überhäufen und auf euch aufzupassen, dass ihr nie in die Gefahr geratet, dem System so ausgeliefert zu sein, wie es meinem Mann derzeit passiert… echt traurig, dass es so etwas in heutiger Zeit gibt.
Solange mein Herz noch in meinem Körper schlägt, werde ich mich für meinen Mann einsetzen, solange er noch lebt. Wir haben nicht mehr viel Zeit, dessen ist mir bewusst. Aber ich werde mit allen Fasern meines Herzens für ihn da sein und an seiner Stelle für ein würdiges Leben kämpfen.
„Des Menschen Würde ist unantastbar“
So lautet es im 1. Artikel des Grundgesetzes.
Die Unantastbarkeit der Menschenwürde ist ein zentraler Maßstab für ethische Entscheidungen und Handlungen im staatlichen Bereich, aber auch in der Gesellschaft als Ganzes.
Weiterführende Information:
https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-in-einfacher-sprache/249974/menschenwuerde-wuerde/
Der Artikel passt wohl nicht immer, nicht überall und es scheint auch nicht für alle Menschen zu gelten. Es ist abgrundtief traurig…
An letzter Stelle des heutigen Beitrags möchte ich euch noch alle bitten.:
Seid vorsichtig, vertraut nicht jedem, der euch weismacht, eure Lieben seien gut versorgt. Überzeugt euch selbst davon, lasst nicht locker und nehmt es auch in Kauf, in gewissen Situationen unbequem zu sein.
Es gibt auch durchaus Gute unter den Ärzten, Pflegepersonal und Gesundheitseinrichtungen.
Bei meinem Mann war es leider die Seltenheit…
In weiteren Beiträgen werde ich auf verschiedene und weitere Erlebnisse während dieser Zeit etwas genauer eingehen und berichten.
Ich wünsche euch nun einen angenehmen und erholsamen Samstag. Passt auf euch sowie eure Lieben auf und bleibt vor allen Dingen gesund!


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