7.08.26 Automatismus

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Close-up of interconnected metal gears with 'OPPOSITION' and 'AUTOMATISM' text

Funktionieren ohne dich, das ist wie ein Zahnradmechanismus deren wichtigstes Zahnrad fehlt. Die übrigen Zahnräder greifen ins Leere hinein und erstarren bevor die Bewegung einsetzen kann.

Das Zünglein an der Waage, welches abbricht und deren Lasten nicht mehr ausgeglichen werden können, weil der Zeiger einer Balkenwaage seinen wichtigsten Bestandteil verliert. Die Lasten können nicht mehr ausgeglichen werden und der Ballast einer Seite kann alles zum kippen bringen.

Ich stehe auf, weil ich nicht mehr schlafen kann. Ich esse und trinke, damit mein Kreislauf im Lauf bleibt und ich gerade soviel Energie erhalte um meine Arbeit zu schaffen.

Mechanisch steige ich auch heute wieder ins Auto und fahre los. Früh am morgen um 7 Uhr ist noch vieles ruhig auf der Straße. Die hitzige Sonne der letzten Zeit hat sich noch nicht aus dem Himmelsbett erhoben und es scheint noch angenehm kühl zu sein. Fahre wie jeden Morgen an der Bäckerei vorbei. Ein Mann kommt heraus mit einer Brötchentüte und steigt in sein Auto. Vielleicht fährt er nun nach Hause und genießt ein gemeinsames Frühstück mit seiner Frau. Ein wenig wehmütig denke ich an mein einsames Frühstück von heute.

Ich fahre weiter um die nächste Kurve. Da kommt mir eine junge Frau mit einem Kindergartenkind um die Ecke. Das Kind wird getragen und hat beide Arme und Beine um die Mutter geschlungen und den Kopf auf der Schulter abgelegt, als wenn es sich dort die Sicherheit vor der Welt holen möchte. Ein wenig wehmütig denke ich daran, dass mein Bedarf einer starken Schulter nur noch von meinem Kissen minderwertig befriedigt wird.

Ich fahre weiter und die Sonne blendet über die Brücke, die die Autobahn überquert. Im Radio läuft gerade der Song „7 Second“. Es braucht vielleicht auch nur 7 Sekunden um wieder bei dir sein zu können an deiner starken Schulter.

Ich sehe kurz runter und frage mich, was passiert, wenn ich zu dem nächsten Termin über diese Autobahn fahre, wenn ich beginne zu beschleunigen, immer mehr und immer schneller… Ein kurzer Gedanke nur, denn dann beginne ich mich zu fragen, ob da. noch ein Mensch ist, der mich braucht, der mich vermisst, dem ich noch zunutze sein kann. Es gibt immer wieder Aussagen von Menschen, dass jeder ersetzbar ist. Wenn ich nicht mehr da wäre, würde die Hilfe oder was auch immer von jemand anderem geleistet. Was soll gerade ich dann noch hier? Ein weiterer kurzer Gedankenflug, den ich mir nach ein paar Sekunden wieder verbiete.

Solange mein Weg hier noch nicht zu Ende ist und solange es auch nur einen einzigen Menschen geben würde, der mich braucht, kann ich nicht einfach mein Leben in die Wüste schicken. Sei es auch nur, um das Andenken meines bislang größten Verlustes zu erhalten. Du hättest es dir gewünscht. Die Zeit wird irgendwann kommen, da darf ich wieder bei dir sein. Bis dahin funktioniere ich und versuche trotz aller trüben Gedanken, die mich an traurigen Tagen ergreifen, so wie heute, das Beste aus allem zu machen. Ich habe viele Ziele, die noch zu erreichen sind, die lohnenswert sind, um mir zu beweisen, dass ich noch da bin, dass ich stark bin, dass ich alles andere…

Am meisten möchte ich dich, wo immer du auch bist und mir zuschaust, stolz machen, damit du jedem, der auch dort ist wo du jetzt bist, sagen kannst: “ Seht her, das ist meine Frau!“ Sie ist eine starke Person und schafft alles, was sie sich vornimmt -lächel- Ein schöner Gedanke, der ein wenig Zuversicht auf mich herabrieseln lässt.

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